10:06 BAUPRAXIS

2000 Eichen für den Wiederaufbau der Notre-Dame in Paris

Teaserbild-Quelle: Levrier Guillaume, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Ganz Frankreich hilft mit: Hunderte jahrhundertealte Eichen wurden für den Wiederaufbau der durch einen Grossbrand beschädigten Kathedrale Notre-Dame in Paris gespendet. Ein starkes Zeichen für die traditionelle Zimmermannskunst.

Kathedrale Notre-Dame Paris Dachreiter Brand Flammen

Quelle: Levrier Guillaume, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der brennende Dachreiter im April 2019. Über Nacht wurde dieses Werk der Zimmermannskunst ein Raub der Flammen.

Im April 2019 stand halb Paris fassungslos am Seineufer. Viele hatten Tränen in den Augen und starrten auf den Rauch, der aus dem Dachstuhl der Kathedrale Notre-Dame in den Himmel quoll. Die Feuerwehr hatten den Brand am Ende der Nacht unter Kontrolle – aber lange war nicht klar, ob die verbliebenen steinernen Mauern den Belastungen standhalten würden. Man fürchtete den Einsturz. Der bleib zum Glück aus. Der hölzerne Dachstuhl aus dem 13. Jahrhundert aber war einfach weg.

Der Wiederaufbau der Kathedrale bot dann monatelang reichlich Diskussionsstoff. Vor allem der beim Grossbrand eingestürzte charakteristische Vierungsturm, der Dachreiter, liess die Phantasie der Architekten ins Kraut schiessen. Ein begrüntes, begehbares Dach sollte an seine Stelle treten, ein gläserner Spitzturm, moderne Betonarchitektur oder gar eine gigantische Flamme als mahnende Erinnerung an den Brand.

Präsident Emanuel Macron war passenderweise Feuer und Flamme für einen modernen Wiederaufbau und regte umgehend einen Architekturwettbewerb an. Die Pariser Bürger aber liefen Sturm. Sie wollten an dieser symbolhaften Kathedrale keine modernen Experimente sehen. Irgendwann knickte Macron ein. Auch, weil dieser Wettbewerb zu viel Zeit gekostet hätte. Die Kathedrale sollte, so sein Ziel, in fünf Jahren wieder geöffnet werden können.

Originalgetreuer Wiederaufbau

Das Dachwerk über Chor und Seitenschiffen war ein frühes Beispiel für die Hängewerkskonstruktion. Mit ihr wurden grössere Spannweiten möglich. In der Romanik waren die Dächer noch deutlich flacher. Gotische Kathedralen wie die Notre-Dame erforderten wegen ihrer steileren Dächer andere, besser gegen Windkräfte stabilisierte Konstruktionsweisen. Im Hängewerk wurden daher vertikal verlaufende Zugstäbe ins Dachdreieck integriert. Daran konnten die Deckenbalken montiert werden. Längsträger verbesserten das Tragverhalten und unterstützen die Kehlbalken.

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