15:01 BAUPRAXIS

175 Jahre Dufourkarte: Eine Karte für den jungen Staat

Teaserbild-Quelle: Swisstopo

Dieses Jahr feiern die ersten beiden Blätter der Dufourkarte ihr 175-Jahr-Jubiläum. Ihr Erscheinen begründete nicht nur den Weltruf der Schweizer Kartographie, sondern war vor allem für den 1848 gegründeten Schweizer Bundesstaat von enormer Wichtigkeit.

Dufourkarte Genferseeregion

Quelle: Swisstopo

Das Blatt Nummer XVI, das vor allem die Genferseeregion abbildet, erschien vor genau 175 Jahren und zeigt exemplarisch, wie auf der Dufourkarte die kantonalen Grenzen aufgelöst und dafür die nationalen betont wurden.

Wer sich mit der Schweizer Geschichte befasst, wird an Guillaume Henri Dufour kaum vorbeikommen. Schliesslich führte er die eidgenössischen Truppen als General in den Sonderbundskrieg, war einer der fünf Gründer des Roten Kreuzes, National- und Ständerat und Erbauer diverser Festungen, die man noch heute als Dufourbefestigungen kennt. Doch mit seine grösste Leistung war wohl die Erschaffung der Topografischen Karte der Schweiz, die zwischen 1845 und 1864 auf insgesamt 25 Blättern erschien und somit heuer ihr 175-jähriges Bestehen feiert. Denn diese im Volksmund nach ihm benannte, erste Landeskarte eröffnete einem grossen Publikum einen neuen Blick auf die gesamte Schweiz, wodurch sie die Wahrnehmung des 1848 gegründeten Bundesstaats entscheidend prägte.

In der Eidgenossenschaft gab es vor der Gründung des Bundesstaats keine wirkliche schweizerische Identität. Zu zerstritten waren die Kantone, zu föderalistisch die Vorstellungen der Zusammenarbeit. Trotzdem bekam ab den 1830er-Jahren die Idee eines Schweizer Bundesstaats insbesondere von liberaler Seite Aufschwung. Und ein wichtiger Punkt dabei war die Erstellung einer einheitlichen Landeskarte.

«Nicht nur für eine potenzielle Nationalstaatenbildung, sondern auch für militärische und wirtschaftliche Zwecke war landesweite, einheitliche und exakte Geoinformation zu wichtig, um kantonalen Karten gegenüber einer gemeinsamen eidgenössischen Karte den Vorzug zu geben», schreiben Philippe Frei und Felix Frey vom Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) im kürzlich erschienenen Jubiläumsband «Die Schweiz auf dem Messtisch – 175 Jahre Dufourkarte». Dennoch hatten es eidgenössische Projekte selbst in den 1840er-Jahren schwer, da sie stets in Konkurrenz zu kantonalen Strukturen und Identitäten standen. Die Schweiz stand damals kurz vor ihrem letzten Bürgerkrieg.

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