Wie die Luzerner Regierung zwei Grossprojekte stemmen will

Wie die Luzerner Regierung zwei Grossprojekte stemmen will

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Die jüngste Immobilienstrategie des Kantons Luzern steht ganz im Zeichen zweier Grossprojekte: Insgesamt fast eine halbe Milliarde Franken kosten das neue Verwaltungszentrum und der Campus Horw. Zudem will die Regierung Bauland und Bauernhöfe veräussern.

Luzern, Symbolbild.
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Luzern, Symbolbild.

Bis 2025 seien jährliche Neuinvestitionen im Umfang von 25 bis 107 Millionen Franken vorgesehen, hält der Regierungsrat im Planungsbericht zur Immobilienstrategie fest, den er am Mittwoch veröffentlichte. Priorität geniessen der Neubau eines zentralen Verwaltungsgebäudes am Seetalplatz in Emmen (ZVSE) für 160 Millionen Franken und die Erneuerung und Erweiterung Campus Horw für 333 Millionen Franken. Dieser Fokus sei dem Legislaturprogramm geschuldet, sagte Finanzminister Marcel Schwerzmann. Die kleineren Projekte gelte es um diese beiden Vorhaben herum anzuordnen.

Zu diesen 13 sekundären Investitionen zählen etwa die Erneuerung des Natur-Museums Luzern, die Zentralisierung der Luzerner Polizei in Rothenburg, der Neubau eines kantonalen Labors in Rothenburg und die Erweiterungen der Kantonsschulen Sursee und Reussbühl. Weitere Projekte sind gemäss des Planungsberichts angesichts der verfügbaren Mittel nicht möglich oder gehen zulasten der sekundären Bauprojekte. In den nächsten Jahren stehen somit Neubauten und Erweiterungen im Zentrum.

Investitionsbudget erhöhen

Damit die Finanzierung sichergestellt werden kann, will die Regierung weniger in die Instandhaltung investieren. Nötig für die Werterhaltung sind jährlich rund 30 Millionen Franken. In den letzten Jahren habe man aber gegen 50 Millionen Franken dafür verwendet und verfüge nun über einen gewissen Spielraum, sagte Schwerzmann.

Allein, für das ZVSE, das der Kanton als Kerngebäude selber besitzen müsse, um nicht von Investoren abhängig zu sein, reicht das nicht aus. Es könne mit einer temporären Erhöhung des Investitionsbudgets innerhalb der Schuldenbremse finanziert werden. Im Neubau sollen Platz für rund 30 Organisationseinheiten mit ihren 1400 Mitarbeitenden und Mietflächen für Dritte geschaffen werden. Durch den Umzug der Verwaltung nach Emmen würden in der Stadt viele Büros frei, die der Kanton derzeit mietet. Ein Grossteil davon lasse sich in Wohnraum überführen, sagte Schwerzmann.

Hundert Gebäude weniger

Ein anderes Finanzierungsvorgehen strebt die Regierung bei der Erweiterung des Campus Horw an. Dort sollen dereinst die Hochschule für Technik und Architektur und die Pädagogische Hochschule Platz finden. Weil ebendiese Mieter des Gebäudes sein würden, solle eine kantonseigene Immobilien-Aktiengesellschaft den Neubau finanzieren.

Dadurch werde weder die kantonale Investitionsrechnung noch die Schuldenbremse belastet, die Grundstücke und Gebäude bleiben indirekt im Eigentum des Kantons, und dieser kann die Entwicklung der Liegenschaften im Wesentlichen steuern. Der künftige Wertzuwachs der Grundstücke verbleibt beim Kanton.

Bei der Präsentation der letzten Immobilienstrategie 2010 verfügte der Kanton noch über 637 Gebäude. Aktuell sind es noch 533 Gebäude. Dass sich der Betrag für Mieten um 6,5 Millionen Franken auf 33,5 Millionen Franken erhöhte, sei insbesondere der Übernahme der Asylliegenschaften geschuldet. Laut Schwerzmann ist der Betrag aber gegenfinanziert.

Bauland verkaufen

Weiter plant die Regierung, Bauland, das nicht als strategische Landreserve zur Sicherstellung von Kantonsaufgaben benötigt wird, zu veräussern. Das seien rund die Hälfte der Grundstücke bezogen auf den Buchwert von total 33,7 Millionen Franken.

Zudem ist in der Strategie festgehalten, dass der Kanton mit dem Verkauf von unrentablen landwirtschaftlichen Betrieben jährlich rund 1 Million Franken sparen könnte. Der einmalige Verkaufserlös wird auf rund 13 Millionen Franken beziffert. Über die Strategie muss der Kantonsrat befinden. (sda)