Verkehr Zentralschweiz: Bindeglied zwischen Nord und Süd

Teaserbild-Quelle: Zentralbahn AG

Die Transitachse über den Gotthard stösst chronisch an ihre Kapazitätsgrenze. Bund und Zentralschweizer Kantone beseitigen Engpässe auf den Zufahrtsstrecken mit Grossprojekten. Erstes Hauptziel ist es, auf der Schiene bis Ende 2020 für die Neat-Volleröffnung bereit zu sein – dank Doppelspurausbau am Zugersee.

Die Anzahl der Personenwagen in der Schweiz hat sich seit 1980 gemäss Bundesamt für Statistik verdoppelt. 2017 waren es 4,6 Millionen. Der Personenverkehr auf der Schiene kommt 2017 auf knapp 198 Millionen Zugskilometer, das ist eine Zunahme von 50 Prozent verglichen mit dem Jahr 1995. Sowohl das Strassen- als auch das Schienennetz sind somit zunehmend stark belastet.

Das Bevölkerungswachstum, die Siedlungsentwicklung und die Wirtschaftssituation haben einen grossen Einfluss auf das Verkehrsgeschehen. So gibt es auch in der Zentralschweiz viele Engpässe und Lösungsansätze. Insbesondere die meist hohen Kosten, aber auch die Lärmbelastung oder Veränderungen für Anwohner lösen in der Regel grosse und vor allem langandauernde Diskussionen aus. Verschiedene Zentralschweizer Projekte haben diese Hürde aber überwunden und werden nun vorangetrieben.

Luzern: Gesamtsystem in Trennung

Im Kanton Luzern hat die Regierung Grund zur Freude: National- und Ständerat haben gerade in zwei Grossprojekten wichtige Entscheidungen getroffen; sowohl der Bypass Luzern als auch der Durchgangsbahnhof sind ihrer Umsetzung ein grosses Stück nähergekommen. Auf der Strasse bedeutet das, dass die Finanzierung des 1,7 Milliarden Franken teuren Bypasses durch den Bund nun gesichert ist. Das Parlament hat dem Ausbauschritt 2019 für die Nationalstrassen zugestimmt, worin auch die Autobahn-Umfahrung enthalten ist. Mit ihr soll die Verzweigung Rotsee entlastet und die Verkehrssituation auf den Autobahnen A2 und A14, welche bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, verbessert werden.

Der Bypass Luzern ist Teil eines Gesamtsystems, das allerdings in unterschiedliche Zuständigkeiten fällt und alles andere als in seiner Gesamtheit geplant und umgesetzt wird. Der Bund realisiert den Bypass, während der Kanton Luzern für den Autobahnzubringer Spange Nord zuständig ist. Mit letzterem soll die Innenstadt dank einer neuen Hauptverkehrsachse westlich der Reuss entlastet werden.

Dass die Spange Nord insbesondere in der Stadt Luzern äusserst umstritten ist und die Stadtregierung sie ausdrücklich ablehnt, erschwert die Situation. Während der Kanton verschiedene Varianten der Spange Nord prüft, hat die SP Stadt Luzern im April eine Initiative gegen das Verkehrsprojekt eingereicht. Die Ergebnisse der Variantenprüfung durch den Kanton werden im Herbst erwartet. Letztlich wird aber die Kantonsbevölkerung das letzte Wort über den Projektkredit haben.

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Autoren

Ehemalige Redaktorin Baublatt / ehemals Kommunalmagazin

Nadine Siegle war von September 2016 bis Januar 2019 als stellvertretende Chefredaktorin beim Kommunalmagazin tätig. Nach dessen Einstellung arbeitete sie von Februar bis Juli 2019 als Redaktorin beim Baublatt, mit Schwerpunkt auf kommunale Themen.

Tel. +41 44 724 78 67