Studie: Verfahren für Baubewilligung dauert immer länger

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Studie: Verfahren für Baubewilligung

Das Verfahren für eine Baubewilligung dauert in den Schweizer Städten länger: Im Durchschnitt verstreichen 157 Tage, wie eine Studie von Avenir Suisse ergeben hat.

Bauprofile
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zvg

Bauprofile in Kriens (Symbolbild).

Der Thinktank Avenir Suisse hat in zehn Schweizer Städten untersucht, wie lange Baubewilligungsverfahren dauern. Durchschnittlich verstrichen 2013 bis 2017 in diesen Städten zwischen der Einreichung eines Baugesuchs und der Erteilung der Baubewilligung 157 Tage, wie Avenir Suisse mitteilt. Das sind 30 Tage mehr als in der Vorperiode 2008 bis 2012. Damit werde das Bild des «Doing-Business-Index» der Weltbank bestätigt, bei dem die Schweiz im Teilranking «Dealing with Construction Permits» ebenfalls deutlich an Boden verloren habe, erklärt Avenir Suisse.

St. Gallen mit kürzesten Verfahren

Klar die kürzeste Verfahrensdauer weist mit 98 Tagen die Stadt St. Gallen auf. Auch Winterthur, Biel und Basel schneiden zufriedenstellend ab, wie es in der Mitteilung von Avenir Suisse heisst. Bern folgt knapp dahinter und ist die einzige Stadt, die die Dauer des Baubewilligungsverfahrens gegenüber der Vorperiode senken konnte. Damit verbesserte sich die Bundeshauptstadt vom zweitletzten auf den fünften Platz und liegt nun einen Platz vor Lugano. Ziemlich lange dauern die Bewilligungsverfahren in Luzern und Zürich, am längsten mit durchschnittlich über 200 Tagen in Lausanne und in Genf.

300 Tage für Büroneubau in Basel

Gesamthaft ist die Verfahrensdauer bei Wohngebäuden und Büros recht ähnlich: Bei Neubauten verstreichen 207 beziehungsweise 220 Tage, Bewilligungen von Renovationen sind weniger zeitaufwendig. In den Städten gibt es jedoch unterschiedliche Muster. In Lausanne dauern die Baubewilligungsverfahren für Neubauten nicht viel länger als für Renovationen. In Basel ist der Unterschied hingegen sehr gross: Für die Bewilligung eines Büroneubaus braucht es dort im Schnitt 300 Tage.

Genf mit Höchstwert

Einen Höchstwert verzeichnet Genf, wo die Kompetenz zur Erteilung von Baubewilligungen allerdings auf Kantons- und nicht auf Gemeindeebene liegt: Das Bewilligungsverfahren für einen Wohnneubau dauerte dort im Durchschnitt 536 Tage. Das habe wohl auch damit zu tun, dass Neubauten im eng gefassten und dicht bebauten Gebiet der Stadt Genf kaum noch vorkommen, schreibt Avenir Suisse.

Die Daten für das Städtemonitoring stammen aus einer Vollerhebung der Docu Media Schweiz GmbH, die das Baublatt herausgibt. Die Zahlen wurden von Fahrländer Partner Raumplanung verarbeitet und Avenir Suisse zur Verfügung gestellt. Weil die jährlichen Durchschnittswerte erstaunlicherweise von Jahr zu Jahr grosse Schwankungen aufweisen, basiert die Bewertung auf dem Mittelwert der Jahre 2013 bis 2017. (bb)