Stadt Bern will öffentlichen Raum möglichst hindernisfrei machen

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Der Berner Gemeinderat will für 11,5 Millionen Franken zahlreiche Hindernisse beseitigen, die im öffentlichen Raum Seh- und Gehbehinderte einschränken. In Parks und auf Friedhöfen sollen beispielsweise die Beläge der Hauptwege befestigt werden.

Rollstuhlfahrer
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Rollstuhlfahrer, Symbolbild.

Geplant ist auch, an wichtigen Orten in der Stadt Bern weitere weisse taktil-visuelle Streifen auf dem Boden anzubringen. Bereiche für Fussgänger und Bereiche für Velofahrer sollen künftig wo nötig durch ertastbare Elemente voneinander abgetrennt werden.

Plakatständer und Abfallbehälter sollen so abgeändert werden, dass sie für Menschen mit Sehbehinderungen nicht zum Verletzungsrisiko werden. Ampeln will der Gemeinderat mit vibrierenden Platten und einem akustischen Signal so ausstatten, dass Sehbehinderte die Anlagen erkennen. Der Gemeinderat hat die drei Kredite verabschiedet und legt sie nun dem Stadtrat zur Genehmigung vor, wie er am Donnerstag mitteilte.

Mehr tun als das Gesetz vorschreibt

In ihrem Commmuniqué schreibt die Berner Stadtregierung, schon 2016 habe sie beschlossen, den öffentlichen Raum Berns über die Anforderungen des Eidgenössischen Behindertengleichstellungsgesetzes hinaus hindernisfrei zu gestalten.

Dieses fordert laut Berner Stadtregierung, die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sowie öffentlich zugängliche Neu- und Umbauten hindernisfrei auszugestalten. Berns Gemeinderat will, dass dies auch auf Strassen, anderen Verkehrsflächen und Plätzen gilt. Diese Absicht finde sich auch in den Legislaturzielen.

Diese Pläne würden mit den drei Krediten konkretisiert. Bern sei auf dem Weg zur hindernisfreien Stadt. Ziel sei, dass vor allem Menschen mit Geh- und Sehbehinderungen den öffentlichen Raum ohne Hilfe von Drittpersonen nutzen könnten.

Umsetzung ab nächstem Jahr

132 öffentliche Parkanlagen und drei Friedhöfe weist die Stadt Bern auf. Dort will der Gemeinderat beispielsweise auch Rampen bauen lassen und die Zugänge besser erkennbar machen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und startet voraussichtlich im Frühling 2021.

Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, sagt laut Mitteilung, dass die vorgesehenen Anpassungen nicht ausschliesslich Menschen mit Behinderung zugutekommen. Sie dienten auch Seniorinnen und Senioren, Eltern mit Kinderwagen und Reisenden mit Gepäck. «Also letztlich allen», so Wyss. (sda)