Das älteste Chemieviertel von Basel soll ein neuer Stadtteil werden

Teaserbild-Quelle: Herzog & de Meuron
Neuer Stadtteil in Basel

Das Industrieareal «Rosental Mitte» beim Badischen Bahnhof in Basel soll zu einem neuen Stadtteil werden – mit bis zu sechs Hochhäusern. Das städtebauliche Leitbild sieht 3000 bis 5000 neue Arbeitsplätze und Wohnraum für 1100 bis 2200 Menschen vor.

In Basel gibt es eine Art verbotene Stadt: das abgeschottete Areal «Rosental Mitte», Basels ältestes Chemieviertel. Im Geviert Schwarzwaldallee, Rosentalstrasse, Mattenstrasse, Maulbeerstrasse wurden in den ersten Tagen Farben und später Pflanzenschutzmittel und pharmazeutische Produkte hergestellt.

Heute sind hier rund 30 Firmen mit insgesamt 3500 Arbeitsplätzen untergebracht. Gitter und Mauern versperren nach wie vor den Zugang für Passanten. Dieses Gebiet hat der Kanton Basel-Stadt in den vergangenen Jahren nach und nach der Syngenta abgekauft.

Maximale Gebäudehöhe von 160 Metern

Damit werden eine Öffnung, Erneuerung und Transformation des Areals möglich, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement in einer Medienmitteilung schreibt. Geplant ist, einen öffentlich zugänglichen Stadtteil mit Restaurants, Cafés, einem neuen Rosentalplatz und Grünflächen zu bauen.

Bis zu sechs Hochhäuser seien auf dem Areal denkbar. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 160 Meter. Das städtebauliche Leitbild für das Geviert hat ein Planerteam um das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron im Auftrag des Baudepartements entworfen.

Im Fokus des Nutzungskonzepts stehen gemäss der Mitteilung hochwertige Arbeitsflächen für wertschöpfungsintensive Branchen, Unternehmensdienstleistungen sowie Forschungsfirmen, die auf eine zentrale Lage und ein attraktives Arbeitsumfeld angewiesen sind.

Der Kanton möchte dabei sowohl die ansässigen Unternehmen und Bildungsinstitutionen auf dem Areal halten als auch Flächen für die Ansiedlung von neuen Firmen und Institutionen schaffen. Das städtebauliche Leitbild sieht je nach Marktnachfrage ein Potential für 3000 bis 5000 zusätzliche Arbeitsplätze vor.

Riehenteichanlage Basel
Quelle: 
Herzog & de Meuron

Visualisierung der Riehenteichanlage.

Kanton will selber 1000 neue Wohnungen bauen

«Rosental Mitte» soll aber auch ein attraktives Wohnquartier mit einer hohen Lebensqualität werden, wie es weiter heisst. Das Wohnangebot mit Potenzial für 1100 bis 2200 Menschen soll unterschiedliche Preissegmente umfassen und damit für eine soziale Durchmischung sorgen.

Der Kanton will gemeinsam mit Wohngenossenschaften und auch selber insgesamt 1000 neue Wohnungen bauen. Mindestens ein Drittel der Wohnfläche soll im preisgünstigen Bereich liegen. Wichtige Zeitzeugen aus der Industriegeschichte sollen dabei erhalten bleiben und architektonische Ankerpunkte des neuen Stadtteils bilden.

Die Transformation vom geschlossenen Forschungsstandort zum vollwertigen Stadtteil soll Schritt für Schritt über mehrere Jahrzehnte erfolgen. In den ersten Jahren stehen die Öffnung des Areals und die Erneuerung der Wirtschaftsflächen im Zentrum. (stg/mgt)