11:11 BAUBRANCHE

Petition gegen dritten Roche-Turm in Basel lanciert

Teaserbild-Quelle: F. Hoffmann-La Roche Ltd.

Die Pläne für einen dritten Roche-Turm in Basel erhitzen die Gemüter. Eine Petition von Architekten und Denkmalpflegern fordert die Rettung der historisch bedeutenden Bauten auf dem Areal des Pharmariesen.

221 Meter hoch soll es werden, das dritte Roche-Bürohochhaus in Basel. Das wären 16 Meter mehr als beim Bau 2, dem gegenwärtig höchsten Gebäude der Schweiz, das noch am Wachsen ist. Doch die Pläne des Pharmariesen und seiner Hausarchitekten Herzog & de Meuron sind auf heftigen Widerstand gestossen, obwohl noch kein konkretes Bauprojekt vorliegt.

Denn das Unternehmen will auf dem Areal seines Hauptsitzes am Rhein alle Gebäude mit Ausnahme des historischen Verwaltungssitzes abbrechen. Der Abrissbrine zum Opfer fallen sollen unter anderem das 1960 erbaute Bürohochhaus von Roland Rohn, der sogenannte Bau 52, und das 1937 erstellte Laborgebäude von Otto Rudolf Salvisberg, der Bau 27.

«Respekt vor den historischen Bauten» gefordert

«Rettet die Roche-Bauten in Basel» heisst eine Petition, die bisher 800 Leute unterschrieben haben. Die Initianten fordern «Respekt vor den historischen Bauten von nationaler und internationaler Bedeutung» und eine ernsthafte Prüfung von Alternativen.

Zu den Erstunterzeichnern gehören nicht nur die kantonalen Denkmalpfleger verschiedener Kantone, sondern auch namhafte Architekten, Architektur- und Kunsthistoriker aus Irland, den USA, Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie die «Basler Zeitung» meldet.

«Schlüsselwerk des Neuen Bauens in Europa»

Initiant der Petition ist Bernd Nicolai, Professor für Architekturgeschichte an der Universität Bern. «Wenn der ikonische Riegel von Salvisberg fällt, ist das so, wie wenn man das Bauhaus-Gebäude abreissen würde», wird Nicolai in dem Bericht zitiert. Das Laborgebäude sei «der meistpublizierte Industriebau der frühen Moderne in der Schweiz und eines der Schlüsselwerke des Neuen Bauens in Europa».

Das Bürohochhaus von Rohn ist laut dem Architekturhistoriker Bernhard Furrer «ein hervorragendes Zeugnis des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1960er-Jahren.» Furrer weiter: «Dank seiner eleganten Präsenz vermag es sich vor dem neuen Hochhaus von Herzog & de Meuron mühelos zu behaupten.»

Denkmalrat beantragt Unterschutzstellung

Der Basler Denkmalrat beantragte bereits vor einem Jahr beim Kanton die Einleitung eines Unterschutzstellungsverfahrens für jene zwei Gebäude und den alten Direktionsbau. Ob die Bauten unter Denkmalschutz gestellt werden, ist noch nicht entschieden.

Roche und Herzog & de Meuron wollen auf die Wünsche der Petition und des Denkmalrats nicht eingehen, wie an einer Podiumsdiskussion klar wurde. Sie sehen in den Neubauten die beste Lösung. Der Laborbau befinde sich längst nicht mehr im Originalzustand, und beim Hochhaus liege die nutzbare Fläche unter 50 Prozent. (mgt)

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