Neue Stiftung für Baukultur soll Dialog von Akteuren fördern

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Das Bewusstsein für Baukultur stärken, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern und den Dialog unter Akteuren festigen: Diese Ziele verfolgt die neu gegründete Stiftung Baukultur Schweiz. Getragen wird sie von Bund, Wirtschaft, Hochschulen und Verbänden.

Castelgrande von Bellinzona vom Castello di Montebello aus
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Ein Beispiel für Schweizer Baukultur: das Castelgrande von Bellinzona.

Die Auseinandersetzung mit der Baukultur habe in den letzten Jahren sowohl national als auch international an Bedeutung gewonnen, schreibt die neue Stiftung in einer Mitteilung von Dienstag. Die Aktualität der Thematik in der Schweiz liesse sich zudem auf zwei politischen Vorstösse zurückführen.

Anschubfinanzierung bis 2024

Laut Stiftung sind dies die 2018 im Vorfeld des WEF unterzeichnete «Davos Declaration» sowie die am 26. Februar 2020 vom Bund verabschiedete Interdepartementale Strategie zur Förderung der Baukultur. Teil der Strategie sei die explizite Förderung der Vernetzung und Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.

Die Stiftung Baukultur Schweiz wird sich dieser Aufgabe annehmen. Sie wurde am 30. Januar in Bern gegründet und am 20. Februar konstituiert. Getragen wird die Stiftung von Bund, Wirtschaft, Hochschulen und Verbänden. Das Bundesamt für Kultur garantiert gemäss Mitteilung zudem zusätzlich eine Anschubfinanzierung bis 2024.

SIA-Präsident im Stiftungsrat

Präsidiert wird die Stiftung von Enrico Slongo, dem Stadtarchitekten von Fribourg. Das Vizepräsidium teilen sich Lukas Bühlmann (ehemaliger Direktor des Raumplanungsverbandes EspaceSuisse) und der Bau- und Immobilienunternehmer Balz Halter (VRP Halter AG).

Komplettiert wird der 12-köpfige Stiftungsrat unter anderem durch SIA-Präsident Stefan Cadosch, BSA-Präsidentin Ludovica Molo, Genfs Kantonsplanerin Ariane Widmer Pham sowie Susanne Zenker, Geschäftsleitungsmitglied der SBB Immobilien. Als Sekretär der Stiftung amtet Rechtsanwalt Peter Burkhalter, der auch die Geschäftsstelle führt.

Den baukulturellen Diskurs fördern

Die Stiftung werde politisch unabhängig und neutral den baukulturellen Diskurs in der Schweiz vorantreiben. Ein Fachbeirat und fünf Arbeitsgruppen werden sich gemäss Mitteilung mit den mannigfaltigen Aspekten der Baukultur auseinandersetzen.

Der strategische Fokus der Stiftung Baukultur Schweiz liege auf Prozessen und Verfahren, die zu hoher Baukultur führen, auf der Definition von Schwerpunktthemen und der Durchführung entsprechender Veranstaltungen und auf der Initiierung und Unterstützung von Projekten und Prozessen mit Modell-Charakter.

Baukultur gewinnt an Bedeutung

Es gehe darum «Lebensqualität für eine sich verändernde Schweiz zu sichern und den Dialog zu führen», so Präsident Enrico Slongo in der Mitteilung, denn «Baukultur befasst sich mit dem gesamten gestalteten Lebensraum und lebt von der aktiven Auseinandersetzung aller Beteiligten.» Gerade im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen wie Ressourceneffizienz, Verdichtung und die damit verbundenen technologischen Entwicklungen gewinne die Baukultur weiter an Bedeutung. (mgt/pb)

Weitere Informationen zur Stiftung unter: stiftung-baukultur-schweiz.ch