LafargeHolcim kippt Prognose und plant Kostensenkungen

Teaserbild-Quelle: LafargeHolcim Ltd. / Photographer: Rüdiger Nehmzow

LafargeHolcim rechnet im zweiten Quartal mit deutlichen negativen Auswirkungen durch die Corona-Krise. Der Zementkonzern reagiert mit einem Kostensenkungsprogramm. Ob die Massnahmen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben werden, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Arbeiten beim Andreas Tower, Symbolbild.
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LafargeHolcim Ltd. / Photographer: Rüdiger Nehmzow

Arbeiten beim Andreas Tower, Archivbild.

«Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beginnen erst jetzt zu wirken und wir rechnen im April und Mai mit deutlich niedrigeren Volumen in den meisten Schlüsselmärkten», sagte Unternehmenssprecher Beat Werder am Freitag der Nachrichtenagentur AWP.

Das genaue Ausmass sei jedoch derzeit nur schwer abzuschätzen. Geplant sei, Ende April – bei der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal – einen detaillierteren Geschäftsausblick zu geben.

Investitionen und Kosten zurückfahren

Die Baustoff-Gruppe plant die Investitionen gegenüber dem Vorjahr um mindestens 400 Millionen Franken zurückzufahren, wie es am Morgen in einer Medienmitteilung hiess. Die laufenden Kosten sollen um mindestens 300 Millionen Franken gesenkt werden. Und das Nettoumlaufvermögen soll im gleichen Masse abnehmen, wie das Geschäft rückläufig ist. Auf der anderen Seite wirken sich die tieferen Energie- und Rohmaterialpreise positiv auf der Kostenseite aus.

Der Konzern verfüge mit Barmitteln von 8 Milliarden Franken (per 26. März) über eine starke Liquidität, betonte LafargeHolcim weiter. Das Massnahmenprogramm unter dem Namen «Health, Cost & Cash» soll in allen Länderorganisationen des Konzerns durchgeführt werden.

Keine Entscheidungen zu Stellen

Ob die Massnahmen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben werden, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte der Konzernsprecher weiter. In der Schweiz seien noch keine Entscheidungen zu Kurzarbeit oder möglichen anderen Schritten getroffen worden.

Durch die Ausbreitung der Corona-Virus-Pandemie gebe es Unterbrüche und Störungen im Geschäftsablauf in einer Reihe von Ländern. In den meisten Ländern gebe es im Bausektor Beeinträchtigungen. Nachdem die Nachfrage im ersten Quartal insgesamt solide war, wird im zweiten mit deutlichen negativen Auswirkungen gerechnet. Die Entwicklung sei volatil und verlaufe von Land zu Land unterschiedlich, betonte LafargeHolcim.

Erholung in China

In China habe die Erholung im Bausektor begonnen und die Werke ausserhalb der Provinz Wuhan würden wieder arbeiten. Hier erwarte man eine weitere Besserung der Nachfrage und rechne damit, dass im April rund 70 Prozent des Vorjahresvolumens erreicht werde.

China ist für LafargeHolcim kein grosser Markt und habe nur einen geringen Einfluss auf die Konzernzahlen, hatte Konzernchef Jan Jenisch noch an der Bilanzmedienkonferenz betont. In China hat der Konzern einen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen Huaxin und ein weiteres Werk.

Generalversammlung ohne Aktionäre

Ende Februar, als einzig China von dem Corona-Virus betroffen war, hatte das Management für 2020 noch weiteres Wachstum in Aussicht gestellt. Beim Nettoverkaufsertrag wurde ein Plus von 3 bis 5 Prozent erwartet und der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) sollte um mindestens 7 Prozent zulegen.

Die Generalversammlung soll wie geplant am 12. Mai stattfinden, jedoch ohne die persönliche Anwesenheit der Aktionäre. Diese werden wegen des Corona-Virus ausgeschlossen und sollen ihre Voten über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter ausüben. (awp sda, pb)