Lafarge Holcim: Fit für die Industrie 4.0

Teaserbild-Quelle: LafargeHolcim Ltd. / Fotograf: Rüdiger Nehmzow
Fit für die Industrie 4.0

Unterwegs in die Zukunft: Lafarge Holcim will in seinen über 270 Zement- und Mahlwerken Robotik, Künstliche Intelligenz und Automatisierungstechnologien einsetzen. Geschehen soll dies über die „Plants of Tomorrow“- Initiative. Es zähle zu den „grössten Roll-Outs“ von Industrie-4.0-Technologien in der Baustoffbranche.
 

Video von Lafarge Holcim zum Projekt "Plant of Tomorrow".

Gegenwärtig laufen bei Lafarge Holcim weltweit mehr als 30 Pilotprojekte, auch in der Schweiz: Im Zementwerk Siggenthal wird die Integration aller für die „Plants of Tomorrow“ relevanten Module getestet. – Anlagen die „Plants of Tomorrow“-zertifiziert sind, sollen gemäss Lafarge Holcim gegenüber konventionellen Zementwerken eine operative Effizienzsteigerung zwischen 15 und 20 Prozent aufweisen.

Zu den Technologien, die Lafarge Holcim einführt, gehören prädiktive Massnahmen, mit deren Hilfie sich Betriebsabweichungen und Unregelmässigkeiten in Echtzeit erkennen lassen. Damit reduzierten sich Instandhaltungskosten um mehr als zehn Prozent, während die Energiekosten deutlich gesenkt würden, heisst es in der Medienmitteilung des Unternehmens.

Kontrollen und Drohnen

Automatisierung und Robotik bilden einen weiteren Schwerpunkt: Dabei geht es etwa um unbemannte Kontrollen an besonders riskanten Stellen innerhalb des gesamten Werks. Zudem sollen Drohnen für Inspektionen zum Einsatz kommen, Inspektionen können gemäss dem Unternehmen so häufiger und kosteneffizienter durchgeführt werden. Zudem lassen sich mit Drohnen engere Räume auch besser überprüfen. Wie Lafarge Holcim weiter mitteilt, wird das Konzept derzeit in mehreren Märkten eingeführt, und zwar in der Schweiz, in Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, den USA, Kanada, Indien und in Russland.

Zudem sollen operative Entscheidungen künftig mit einem neuen digitalen, lernfähigen - Tool  „PACT“ (Performance and Collaboration) - getroffen werden können, die nicht mehr nur auf Erfahrungswerten basieren, sondern auch auf Daten. „PACT“ kombiniert dazu Daten mehrerer Quellen. Des Weiteren sollen mit Hilfe der neuen globalen Innovationsplattform „LH MAQER“ die wirksamsten Technologien identifiziert werden. Sie verknüpft Technologieunternehmen mit realen Anwendungen im gesamten Portfolio von Lafarge Holcim miteinander– vom Steinbruch bis zur Baustelle.

Gespart und mehr Zement verkauft

Lafarge Holcim nutzt bereits jetzt Technologien, mit denen die Leistung zentral gemessen und Ressourcen zugeteilt werden können. So sind über 80 Prozent der Zementwerke von Lafarge Holcim bereits mit dem „Technical Information System“ verbunden, das sowohl regional als auch global für Datentransparenz auf Werks- und Länderebene sorgt. Für einige Länder stehen historische technische Daten aus über zehn Jahren zur Verfügung.

Weitere Systeme ermöglichen die Fernüberwachung bestimmter Anlageteile. Wie Lafarge Holcim mitteilt, konnten mit diesem System  seit seiner Einführung im 2006 insgesamt 80 Millionen Franken gespart werden. Überdies sind zusätzliche drei Millionen Tonnen Zement verkauft worden, weil es weniger Betriebsausfällen gegeben hat. (mai/mgt)