08:04 BAUBRANCHE

Kolumne zum Donnerstag: Rethinking und Unboxing

Geschrieben von: Fabienne Perret
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Fabienne Perret, Vorstandsmitglied der Usic-Regionalgruppe Zürich, mit dem neuen Think-Tank der Usic Schweiz.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Rethinking und Unboxing – zwei Wörter, die in der Welt von Ingenieurinnen und Ingenieuren bisher wenig Verwendung fanden. Dies hat die Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen (Usic) letztes Jahr geändert. Sie hat den Think-Tank «rethink_ing» ins Leben gerufen, dessen Teilnehmende sich mit den Beiträgen der Ingenieurbranche für eine nachhaltige Zukunft befasst haben.

Wobei schnell klar wurde, dass Ingenieurinnen und Ingenieure allein die Welt nicht retten können – so wurden auch andere Berufsgruppen, die Politik und insbesondere junge Menschen eingeladen, sich am kreativen Dialog zu beteiligen.

Gemeinsam wurde eine Vision der idealen nachhaltigen Stadt gezeichnet, für deren Umsetzung konkrete Lösungen entwickelt wurden. Fünf davon haben die kritische Prüfung des Beirats bestanden und sollen weiterverfolgt werden: Partizipation, Engagement der Ingenieurbranche als «Change-Agents», Best-Practice-Plattform sowie Lobbying für eine holistische Stadt, und fünftens wurde festgehalten, dass in der zweiten Runde von «rethink_ing» das Thema städtische Mobilität im Zentrum stehen soll.

Das freut mich als Verkehrsingenieurin natürlich besonders, und ich werde mich gerne engagieren. Aber sehr angetan und aus Erfahrung überzeugt bin ich auch von der Absicht, darauf hinzuarbeiten, dass die Partizipation von Betroffenen frühzeitig und nicht erst nach der Planung stattfindet. Im Vordergrund steht dabei die Idee, dass Projekte möglichst mit der lokalen Bevölkerung geplant werden sollen. Hin zu den Menschen und deren Bedürfnissen, Bottom-up statt Top-down sind die Schlagwörter hinter dieser Forderung.

Partizipation geht über eine Ja- oder Nein-Haltung hinaus: Es geht um das Mitdenken, Mitdiskutieren, Mitumsetzen. Unbürokratische Plattformen zur Partizipation sollten auch ausserhalb konkreter Planungsvorhaben für Einzelpersonen sowie für Gruppen wie zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohner einer Strasse zur Verfügung stehen. Der frühzeitige und regelmässige Einbezug bei planerischen Fragen, die unsere gemeinsame Zukunft betreffen, und offenes Zuhören von allen Seiten sollten zum Standardprozess gehören.

Und was hat das alles mit Boxen zu tun? Die Usic hat mit «rethink_ing» nicht nur ein neues Format gewählt, um Visionen und Ideen zu entwickeln, sondern auch, um die Erkenntnisse zu präsentieren: Am sogenannten «Unboxing Day» vom 31. März 2022 wurden die fünf weiterzuverfolgenden Prinzipien dem interessierten Publikum vorgestellt – und zwar in Form von 15-minütigen Wortgefechten, in denen Befürworter und Gegnerinnen einer Idee redegewandt versuchten, das Publikum von ihrem Standpunkt zu überzeugen.

Für das Sparring im dafür extra aufgestellten Boxring galten die gleichen Regeln wie beim Boxen: Respekt, Austeilen und Einstecken, kontrolliert von einem ebenfalls wortgewandten Ringrichter. Wie dies funktioniert, wurde zu Beginn in einem «echten» Boxkampf demonstriert. Danke der Usic Schweiz für die frischen Ideen – wir denken gerne mit!

www.usic.ch/blog

Geschrieben von

Mitglied der Geschäftsleitung von EBP Schweiz AG und Vorstandsmitglied der Usic-Regionalgruppe Zürich

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