08:03 BAUBRANCHE

Kolumne zum Donnerstag: Nur gemeinsam sind wir smart

Geschrieben von: Andrea Leu
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Andrea Leu, Co-Geschäftsführerin von Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland, mit smarten Gebäuden.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Wir leben in smarten Zeiten. Es gibt kaum ein Produkt, das sich nicht mit diesem Attribut schmückt, Gebäude sind heute viel intelligenter als vor zehn Jahren, und Städte, die etwas aus sich machen wollen, werden zu Smart Cities. Demografischer Wandel, Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung, Klimawandel und immer knapper werdende Ressourcen sind die Ursachen hinter diesen Entwicklungen. Wir müssen smart werden, um mit effektiven und nachhaltigen Lösungen den grossen Herausforderungen von heute und morgen begegnen zu können.

Smart werden wir aber nur, wenn wir umfassend digitalisieren und eine Interaktion zwischen Produkten, Gebäuden und ihrer Umwelt herstellen. Smarte Gebäude können mit dem Nervensystem eines Menschen verglichen werden: Die Sensoren sind ihre Sinne, die Netzwerke ihr Nervengerüst und die digitalen Plattformen und die Software ihre Hirne. Genau wie beim Menschen werden Informationen erfasst, übermittelt, ausgewertet und lösen automatisch Aktionen aus.

Die Vorteile von smarten Gebäuden und – in der Konsequenz – von smarten Städten liegen auf der Hand: Neben zusätzlichem Komfort können die Energieeffizienz verbessert, die Bewirtschaftung nachhaltiger gestaltet, die Prozesse optimaler aufeinander abgestimmt und damit schlussendlich der Ressourcenverbrauch verringert werden. Smart ist nicht gratis zu haben, denn parallel zu den Vorteilen gibt es einige Herausforderungen, die es zu adressieren gilt: So müssen smarte Gebäude technologisch auf dem neuesten Stand sein und eine hohe Datensicherheit gewährleisten. Denn je vernetzter ein Gebäude ist, desto angreifbarer wird es für Cyberattacken.

Die allergrösste Herausforderung liegt aber in den Anforderungen an die Zusammenarbeit. Smarte Gebäude werden nur dann die Vorteile ihrer Intelligenz nutzen können, wenn sie konsequent und ohne Wenn und Aber entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Kooperation aller Akteurinnen und Akteure realisiert werden. Informationen müssen geteilt, der Austausch optimiert, die Prozesse aufeinander abgestimmt werden. Der Weg dahin erfordert jedoch einiges von der Bau- und Immobilienbranche, denn bisher wurden ihre Akteure zu Einzelkämpfern erzogen.

Kulturveränderungen, neue Rollenverständnisse und Prozesse stehen an. Digitalisierung kann nicht einfach über Einzellösungen gekauft und installiert werden. Unternehmen müssen eine neue Kultur des Miteinanders statt jeder für sich schaffen und Raum und Zeit zum Ausprobieren und Fehler machen einräumen. Ohne die Standardisierung der Informationsanforderungen und den Blick auf die veränderten Prozesse und Rollen kann die Transformation aus Sicht von Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland nicht nachhaltig gemeistert werden. Denn eines ist klar: Smart werden wir nur gemeinsam!

Geschrieben von

Co-Geschäftsführerin von Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland.

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