08:09 BAUBRANCHE

Kolumne zum Donnerstag: Für das Klima tun, was man tun kann

Geschrieben von: Sandra Burlet
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Sandra Burlet, Direktorin von Lignum, mit dem Klimaschutz.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Diesen Sommer hat das Schweizer Stimmvolk knapp, aber dennoch klar ein neues CO2-Gesetz abgelehnt. Ein Hauptargument gegen die Vorlage war die Befürchtung, der Klimaschutz könnte zu stark ins Tuch gehen. Das alte Gesetz soll nun in die Verlängerung. Ist die Schweiz damit aus dem Schneider, das Thema Klimaschutz erledigt? Keineswegs. 

Denn die Pariser Verpflichtung unseres Landes, Klimaneutralität bis 2050, ist mit dem Volksentscheid vom 13. Juni nicht vom Tisch. Dieses Ziel haben wir unterschrieben. Dafür braucht es mehr als das, was wir bis jetzt geschafft haben. Wir sind nach unseren eigenen Massstäben nicht auf Kurs.

Und selbst kurzfristig scheint kaum etwas gewonnen. Nächstes Jahr steigt die CO2-Abgabe wieder. Denn schon das, was das heutige Gesetz fordert, wird nicht erreicht; die Brennstoffemissionen sind immer noch zu hoch. Ein letztes Mal greift darum der im alten Gesetz festgelegte Mechanismus der Verteuerung von Erdöl und Erdgas.

Europa hat einen weiteren Sommer mit zerstörerischen Starkniederschlägen im Norden und desaströsen Waldbränden im Süden hinter sich. Die Schweiz hat gezittert, aber wenig gelitten. Der Klimawandel ist aber längst auch bei uns angekommen: Gletscher schwinden, Berghänge rutschen, Wälder dürsten.

Mittlerweile hat der Weltklimarat seine Prognosen noch einmal nachgeschärft. Er gibt keine Entwarnung, im Gegenteil. An tausend Orten auf dem Globus ist bereits deutlich sichtbar, was der Rat in steigenden Wahrscheinlichkeiten ausdrückt. Was wird uns im Klimaschutz am Ende wohl mehr kosten: zuwarten oder handeln?

Das Klima ist zwar ein globales Problem. Das scheint mir aber kein Argument dafür zu sein, dass die Schweiz zu unbedeutend sei, um überhaupt etwas auszurichten, und deshalb auf eine aktive Klimapolitik verzichten könne. Angesichts der eingegangenen Verpflichtungen, der bei uns vorhandenen finanziellen Ressourcen und des ureigenen Interesses, unser Land vor klimatischen Verwerfungen zu schützen, sind wir dringend gefordert, etwas zu tun.  Wir sollten rasch und fokussiert handeln. Wir sollten allem voran das tun, was wenig kostet und viel bringt. Und hier kommt der Baubereich ins Spiel.

Gebäude tragen noch immer 24 Prozent zu den CO2-Emissionen der Schweiz bei. Die klimagerechte Ausgestaltung des Bauwerks Schweiz gehört deshalb ganz oben auf die Agenda. Der vermehrte Einsatz von Holz ist einer der kostengünstigsten Ansätze dafür. Jeder Kubikmeter Holz speichert eine Tonne CO2. Jeder Kubikmeter Holz, der anstelle anderer, energie- und treibhausgasintensiv bereitgestellter Materialien verwendet wird, erspart dem Klima grad noch einmal eine Tonne CO2. Kostet wenig. Bringt viel.

Das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die notwendigen Technologien für seinen Einsatz sind da. Wir müssen nur handeln nach dem Grundsatz: Tun, was man tun kann. Darum: Auf zu mehr Häusern, mehr Innenausbauten, mehr Möbeln aus Holz. Das Klima wird es uns danken. Und das Portemonnaie auch.

Geschrieben von

Direktorin von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz.

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