07:04 BAUBRANCHE

Kolumne zum Donnerstag: Fachkräfte fördern beginnt bei der Jugend

Geschrieben von: Regina Gorza
Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Regina Gorza, Geschäftsführerin von Baukader Schweiz, mit den Möglichkeiten zur Förderung der handwerklichen Berufe.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Letztens habe ich eine TV-Sendung gesehen, in welcher die Berufswahl der Generation Z thematisiert wurde. Auffallend dabei in den Interviews: Eine Mehrheit denkt, sie hätte nur dann eine gesicherte finanzielle Zukunft, wenn sie studiert.

Dass es in den nächsten Jahren zu wenig Fachkräfte, so auch Baupoliere, auf Schweizer Baustellen hat, ist ein Fakt. Bestrebungen zur Attraktivierung des Berufs laufen. Denn: Die heutigen Berufe im Bauhauptgewerbe sind vielfältig und spannend. Moderne Technologien kommen zur Anwendung, neue Materialien und digitale Instrumente sind im Einsatz.

Es bleibt die Frage: Warum sind handwerkliche Berufe nicht mehr attraktiv? Ist die Arbeit zu hart? Oder woran liegt es, dass sich immer mehr Schüler statt für einen handwerklichen Beruf für ein Studium entscheiden?

Als Berufsverband stehen wir in regelmässigem Austausch mit den Sozialpartnern. Gute Arbeitsbedingungen und ein moderner Baukadervertrag sind matchentscheidend für die Zufriedenheit der Baupoliere. Ganz wichtig für die Attraktivität jedes Berufsbilds sind auch die Weiterbildungsmöglichkeiten. In der Schweiz haben wir ein grossartiges duales Bildungssystem, das eine handwerkliche Ausbildung genauso fördert wie eine akademische Laufbahn. Mit höheren Fachabschlüssen steht jedem engagierten Berufsabgänger eine Fachkarriere offen. Für die Baubranche werden die Veränderungen mit dem Masterplan 2030 essenziell sein.

Auch der frühzeitige positive Austausch mit Berufsleuten kann Jugendliche motivieren. Baukader Schweiz bietet deshalb seit einigen Jahren eine Jungkader-Mitgliedschaft an. Lehrabgänger aus Bauberufen haben so die Möglichkeit, mit gestandenen Polieren in Austausch zu treten und an Sektionsanlässen, beispielsweise an einer besonders spannenden Baustellenbesichtigung, teilzunehmen. Ganz nach dem Motto: Schau rein und erzähle es weiter. Damit leisten auch wir einen Beitrag, wenn es darum geht, Jugendliche als spätere Fachkräfte zu gewinnen.

Was also braucht es, um handwerkliche Berufe wieder mehr zu fördern? Die Bestätigung, dass man in der Schweiz von einer Fachausbildung gut leben kann. Motivation und Unterstützung seitens der Eltern. Mehr Anerkennung und Respekt für handwerkliche Leistungen in der Gesellschaft. Und die Bereitschaft sowie Mitwirkung von Lehrkräften und Politik, diesem Fachkräftemangel entgegenzutreten.

Sicher ist: Mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen, macht die Menschen glücklich. Das hat eine Forschungsstudie der Universität Göttingen im Jahr 2020 bestätigt. Überraschen tut es mich nicht: Denn wir hören von unseren Polieren immer wieder, wie gern sie selbst mit anpacken und wie stolz sie sind auf das Ergebnis ihrer Arbeit. Für die Zukunft wünschen wir uns deshalb eine Menge zufriedener und glücklicher Baupoliere in unseren Reihen. Damit das gelingt, müssen wir mit vereinten Kräften die Jugendlichen für den Bau begeistern können.

Geschrieben von

Geschäftsführerin von Baukader Schweiz.

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