08:08 BAUBRANCHE

Kolumne zum Donnerstag: Ein Blick in den Untergrund

Geschrieben von: Ueli Büchi
Teaser-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Ueli Büchi, Präsident von Swissbeton, mit den vielfach sanierungsbedürftigen Wasser- und Abwasserleitungen.

Schreibmaschine Kolumne Symbolbild

Quelle: libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Diesen Sommer haben wir in Europa unseren Blick immer wieder besorgt gegen den Himmel gerichtet. Je nach Region hatten wir Starkregen, Gewitter mit Hagel oder dann strahlenden Sonnenschein mit brütender Hitze. Die Wetterkapriolen kommen in immer dichterer Reihenfolge.

Nicht nur der Blick nach oben erzeugt bei mir einige Sorgen, auch der Blick nach unten, unter die Erdoberfläche, beschäftigt mich. Gerade dieses Jahr, wenn das viele Wasser von unserer Kanalisation geschluckt werden sollte. Das Fassungsvermögen von vielen Abwasserleitungen gerät bei den grossen Niederschlägen und bei den immer weiter expandierenden Siedlungen an die Grenzen. Erweiterungen und Sanierungen sind notwendig.

Auch in meiner Wohngemeinde wird gebaut, und dieses Jahr sind wieder einige Strassenabschnitte teilweise gesperrt. Nicht nur die Strasse wird saniert, auch die normalerweise unsichtbare Infrastruktur unter der Strasse soll ersetzt oder repariert werden. Der mit der Baugrube mögliche Blick in den Untergrund zeigt ein Gewirr von Leitungsrohren aus unterschiedlichen Materialien. Der Zustand der alten Rohre ist teilweise sichtbar schlecht. Ein Ersatz ist notwendig.

Ich kann nur hoffen, dass die Gemeinde als Bauherrin eine dauerhafte und nachhaltige Lösung gewählt hat und dass die Leitungen nach den heutigen Regeln der Baukunst verlegt werden. Gerade beim Abwasser sollen auch die in Zukunft häufiger auftretenden Starkniederschläge vom Leitungssystem geschluckt werden können.

Wir alle brauchen Anschlüsse an die verschiedenen Netze. Sehr aufwendig sind vor allem das Wasser- und Abwassernetz. Vieles wurde in den 60er-Jahren oder noch früher gebaut. Bei diesen alten Leitungssystemen ist die Dichtheit nicht mehr optimal. Erst seit rund 30 Jahren werden Systeme eingebaut, die eine absolute Dichtheit gewährleisten. Viele Gemeinden flicken an den alten Leitungen herum. Das Problem mit den Leckagen wird damit aber nicht wirklich gelöst.

Gerne rufe ich alle Bauverantwortlichen der Städte und der Gemeinden auf: Werfen Sie einen Blick auf die Infrastruktur im Untergrund. Denken Sie langfristig. Nachhaltige Projekte erfordern jeweils viel Zeit. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Baustellen und sehe sehr gerne das Verbauen von modernen Rohrsystemen aus Beton unserer Schweizer Betonwaren-Hersteller.

Geschrieben von

Präsident von Swissbeton.

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