Kandidaten aus der Baubranche: Christian Wasserfallen im Interview

Teaserbild-Quelle: zvg
Christian Wasserfallen, FDP, BE, bisher, VR-Präsident Walo Bertschinger AG Bern.
Quelle: 
zvg

Christian Wasserfallen, FDP, BE, bisher, VR-Präsident Walo Bertschinger AG Bern.

Was wollen Sie im Bundeshaus für die Bauwirtschaft erreichen?

Christian Wasserfallen: Für mich stehen drei «B» im Vordergrund: Bürokratie reduzieren, Belastungen durch zunehmende Vorschriften, Steuern und Abgaben verhindern sowie die Bildung stärken. Gerade die Verfügbarkeit von Fachkräften wird in der Bauindustrie eine grosse Herausforderung.

Welchen politischen Schwerpunktthemen möchten Sie sich in Bern widmen?

Meine zentralen Punkte sind: Erstens Einsatz für eine solide Finanzierung von Bildung, Forschung und Innovation. Zweitens Infrastrukturen wie Schiene, Strasse und Telekommunikation ausbauen und die Werte erhalten. Drittens eine liberale Energie- und Klimapolitik, wo Ziele wie Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit bei allen Massnahmen im Zentrum stehen und nicht alle regulatorischen Dämme brechen.

Sehen Sie in der Digitalisierung eine Chance oder eine Gefahr für die Bauwirtschaft?

Die Digitalisierung ist eine Chance, wenn neue Prozesse wie BIM klare Mehrwerte bringen. Hoch- und Tiefbau haben hier zum Beispiel andere Ansprüche. Digitalisieren um des Digitalisierens willen ist nicht sinnvoll.

Welchen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz können Sie als Vertreter der Bauwirtschaft in der Politik leisten?

Energiewende ist das falsche Wort, weil wir nicht alles um 180 Grad umkehren sollten. Im Strombereich ist es wichtig, dass endlich grosse Potenziale wie die Wasserkraft-Projekte realisiert statt verhindert werden. Beim Klimaschutz sollten wir immer die Frage stellen: Wo kann ich für den eingesetzten Franken am meisten CO2 sparen? Das kann hier oder auch im Ausland sein. Die Schweiz hat viel gemacht und kann in Industrie, Gebäudebereich und Verkehr weitere Schritte gehen, ohne aber Regulations- und Abgabefluten in Gang zu setzen.

Wie kann die Politik dazu beitragen, dass die Verdichtung breitere Akzeptanz in der Bevölkerung findet?

Verdichten heisst auch Planungen neu denken und Bauvorschriften abbauen. Wenn es um Verdichtung geht, sollte man auf bestehenden Flächen höher, tiefer und breiter bauen können. Dazu braucht es flexiblere Baugesetze und eine Raumplanung, welche das zulässt. Christoph Bärlocher, CVP, SG, neu, CEO und VR-Präsident Baugeschäft Bärlocher AG. Josef Wiederkehr, CVP, ZH, neu, VR-Präsident Josef Wiederkehr AG. Christian Wasserfallen, FDP, BE, bisher, VR-Präsident Walo Bertschinger AG Bern.

Bauleute an Eidgenössischen Wahlen 2019

Am 20. Oktober wählt die Schweiz ein neues Parlament. Um einen Sitz im Bundeshaus bewerben sich auch einige Kandidatinnen und Kandidaten aus der Bauwirtschaft. Seit den letzten Wahlen ist die Branche in Bern schwach vertreten. Der Baumeisterverband will das ändern.

Weitere Informationen im Artikel «Eidgenössische Wahlen: Bauleute drängen ins Bundeshaus» oder in unserem Sammeldossier «Parlamentswahlen 2019: Bauleute steigen ins Rennen ».