Jahresendanalyse: Hochbau behauptet sich

Teaserbild-Quelle: Gabriel Diezi

Der Hochbau dürfte sich weiterhin robust entwickeln. Der Bau von Wohnrenditeliegenschaften bleibt dynamisch, das Plus bei der geplanten Bausumme etwas ausgeprägter. Als Stützen erweisen dürften sich der Industriebau und das Tourismussegment, jedoch nur zum Teil der Bürobau.

 

Das Schweizer Bauhauptgewerbe entwickelte sich in diesem Jahr positiv. Die auf Basis von Gesuchen ermittelte Summe erhöhte sich beim Hochbau gegenüber der Vorjahresperiode gesamthaft um 0,46 Prozent auf 42,65 Milliarden Franken (bis Ende November). Die Zahl der Gesuche für geplante Hochbauprojekte stieg in den elf Monaten um 0,57 Prozent (44451 Objekte).

Über alle zwölf Monate gerechnet dürften sich sowohl die Hochbausumme (+1,2 Prozent) als auch die Zahl der Gesuche (+0,9 Prozent) über den entsprechenden Werten des Vorjahres befinden (die Dezemberwerte wurden aufgrund der Veränderungsraten der Vorjahre geschätzt). Die Gesamtjahreswerte dürften den Mittelwert seit 2010 aber nicht erreichen.

Leichtes Plus auf Höchststand

Das Segment Wohnrenditeliegenschaften verzeichnete nach der Seitwärtsbewegung im Vorjahr wieder etwas höhere Zuwachsraten. Gegenüber dem Vorjahr kletterte die geplante Bausumme um 1,65 Prozent auf den zweithöchsten Stand seit zehn Jahren. Einzig im Jahr 2012, als im Vorfeld zur Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative die Zahl der Baugesuche in die Höhe schnellte, war die Summe höher.

Auch lagen die geplanten Investitionen in den vergangenen elf Monaten 4,2 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt. Zugleich zeigen die Zahlen der Docu Media Schweiz GmbH, dass bei Mehrfamilienhäusern weniger Umbauten geplant sind (-6,3 Prozent). Allerdings lag die Investitionssumme für geplante Umbauprojekte immer noch 1,9 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Trend bestätigt

Die Neubautätigkeit bei den Einfamilienhäusern (EFH) hat sich erneut abgeschwächt und bestätigte damit den langjährigen Negativtrend des Segments. Um 5,5 Prozent bildete sich die projektierte Summe gegenüber dem Vorjahr gesamthaft zurück. Die Projektsumme befand sich Ende November im Vergleich zur letzten Periode sogar 32,9 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Der Boden an attraktiven Lagen für den Bau von Ein familienhäusern ist teuer, und im bevorzugten städtischen Umfeld rar geworden, weshalb sich der Traum vom Eigenheim eher über den Umbau eines bestehenden Gebäudes realisieren lässt.

Im Gegensatz zum Neubau waren im EFH-Segment die für Um- und Anbauten geplanten finanziellen Mittel vergleichsweise stabil. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Plus 7,6 Prozent, doch blieb die Summe gleichwohl 3,7 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Die Umbauquote (inklusive Anbauten oder Kombinationen) schwankte in den letzten vier Quartalen schweizweit im Bereich von 30 Prozent. Auffallend war dabei die vergleichsweise tiefe Quote in der Romandie, im Tessin bewegte sie sich quartalsbezogen übermässig stark.

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Redaktor Baublatt

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