11:04 BAUBRANCHE

Hexenturm in Mellingen: Wo einst Hexen gefoltert wurden, soll nun gewohnt werden

Teaserbild-Quelle: Netwerch AG

Neben dem Hexenturm in Mellingen AG soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Der Gemeinderat hat für den Neubau grünes Licht erteilt. Damit wird die Baulücke geschlossen, die seit einem Brand vor 120 Jahren in der Altstadt gähnt.

Hextenturm Mellingen

Quelle: Netwerch AG

So soll das Wohnhaus neben dem Hexenturm in Mellingen aussehen.

Der Hexenturm am Rand der Altstadt ist ein Wahrzeichen von Mellingen im Kanton Aargau. «Vermutlich sind in diesem Turm Hexen gefoltert worden, aber Beweise dafür fehlen», zitiert die «Aargauer Zeitung» den Historiker Rainer Stöckli, der in seiner Dissertation die Geschichte Mellingens aufgearbeitet hat.

1902 brannte der Turm aus

Der aus dem Mittelalter stammende Bau wurde erstmals im 19. Jahrhundert als Hexenturm bezeichnet. Er weist einen Durchmesser von 7,5 Metern und eine maximale Mauerstärke von zwei Metern auf. 1902 brannte der Turm aus. 1951 wurde er restauriert und das ursprüngliche Kegeldach rekonstruiert.

Bis zum Brand vor 120 Jahren stand auf der Parzelle ein an den Hexenturm angebautes Gebäude, das einen Teil der Stadtmauer bildete. Seit dem Brand klafft neben dem geschützten Turm eine Baulücke. Diese soll jetzt mit einem Wohnhaus geschlossen werden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Die J. Moser Consulting AG aus Mellingen plant gemäss dem Bericht einen Neubau mit sechs altersgerechten und bezahlbaren Kleinwohnungen: drei Einzimmer-, zwei Zweizimmerwohnungen und eine Dreizimmerwohnung. Zudem soll im Erdgeschoss eine kleine Gewerbefläche geschaffen werden.

Studienauftrag mit fünf Architekturbüros

Ein Projekt eines anderen Bauherrn scheiterte vor rund 15 Jahren an den Vorgaben der Denkmalpflege. Die J. Moser Consulting AG startete deshalb zusammen mit der Gemeinde einen Studienauftrag. Eingeladen wurden fünf Architekturbüros.

Der Studienauftrag wurde durch die kantonale Denkmalpflege und durch den Architektur- und Planungsberater Richard Buchmüller begleitet. Das Beurteilungsgremium empfahl der Bauherrschaft, den Auftrag an die Netwerch Architekten AG aus Windisch zu vergeben.

Gemeinderat erteilt Baubewilligung mit Auflagen

Gegen das Baugesuch J. Moser Consulting AG wurden mehrere Einsprachen eingereicht, wie die «Aargauer Zeitung» weiter schreibt. Eine der Einwendungen hat der Gemeinderat teilweise gutgeheissen und die Baubewilligung mit Auflagen erteilt. Mitte März ist die Baubewilligung rechtskräftig geworden. Damit steht dem Bauvorhaben nichts mehr im Weg. Die J. Moser Consulting AG als Bauherrschaft bereitet nun den Baubeginn vor. (mgt)


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