11:01 BAUBRANCHE

Für Bonfol-Mahnmal von Botta fehlen über drei Millionen

Teaserbild-Quelle: Büro Mario Botta

Die ehemalige Chemiemülldeponie in Bonfol soll nach den Plänen des Architekten Mario Botta zu einem Ort der Erinnerung umgestaltet werden. Die Zeit drängt: Bis Ende September müssen noch 3,4 Millionen Franken für die erste Phase aufgebracht werden.

Mario Botta Bonfol Deponie Mahnmal

Quelle: Büro Mario Botta

So stellt sich der Stararchitekt Mario Botta das Mahnmal auf dem Areal der ehemaligen Chemiemülldeponie in Bonfol vor.

Zwischen 1961 und 1976 haben acht Basler Chemie- und Pharmaunternehmen am nördlichen Rand des jurassischen Dorfs Bonfol tonnenweise Material entsorgt. Im Zuge einer Totalsanierung wurden in den Jahren 2010 bis 2016 rund 220 000 Tonnen Altlasten entfernt. Die Räumung der Deponie kostete die Basler Chemie 380 Millionen Franken.

40 Meter hoher Panoramaturm

Damit die Geschichte der Chemiemülldeponie nicht in Vergessenheit gerät, soll auf ihrem Grund ein Mahnmal entstehen. Der Verein «Escale Bonfol» startete einen Architekturwettbewerb, den Mario Botta gewann. Das Projekt des Tessiner Stararchitekten sieht eine Promenade auf der 200 Meter langen und zwölf Meter hohen Schutzmauer vor, die einst die Grube von der Umgebung abschirmte. Am nördlichen Ende der Betonmauer soll ein 40 Meter hoher Aussichtsturm errichtet werden, der einen Rundumausblick auf die Landschaft der Ajoie bietet. Geplant ist zudem ein Landschaftspark mit zwei kreisrunden Eichenpflanzungen mit einem Durchmesser von 400 Metern.

Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf 8,8 Millionen Franken veranschlagt. In einer ersten Phase sind die Umwandlung der Schutzmauer, die Aufforstung und den Aufbau der festen touristischen Infrastrukturen geplant, wie auf der Projekt-Website zu lesen ist. Kostenpunkt: 5,6 Millionen. Der Aussichtsturm soll in einem zweiten Schritt gebaut werden. Für die erste Phase sind bisher 2,2 Millionen zusammengekommen. Die neu gegründete Stiftung «Mémoire, Art et Forêt – Bonfol» muss damit noch 3,4 Millionen beschaffen.

Wettlauf gegen die Zeit

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Finanzierung für die erste Phase muss bis Ende September sichergestellt sein, wie die «Basler Zeitung» meldet. Wenn es bis dahin nicht gelingt, die fehlenden 3,4 Millionen Franken aufzubringen, muss die Schutzmauer rückgebaut werden. So steht es im Vertrag zwischen der Basler Chemie und der Gemeinde Bonfol. Wird die Mauer erst später abgerissen, müsste die finanzschwache Gemeinde Bonfol selber für die Kosten aufkommen.

Werden diese Stolpersteine aus dem Weg geräumt, könnte die Anlage in Bonfol zu einem Tourismusmagnet werden. Gemäss einer Studie könnte sie jährlich mindestens 30 000 Besucherinnen und Besucher anziehen. Der Kanton Jura erhofft sich rund 1,5 Millionen Franken an indirekten Einnahmen pro Jahr, verteilt auf die ganze Wertschöpfungskette vom Transport und der Verpflegung bis zu Übernachtungen und Freizeitangeboten. (mgt)

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