10:03 BAUBRANCHE

Elektrotankstellen-Offensive in Basel: 4200 neue Ladestationen gefordert

Teaserbild-Quelle: Nadine Siegle

Die Basler Kantonsregierung will 200 neue Tankstellen für E-Autos schaffen. Die vorberatende Parlamentskommission verlangt 4000 zusätzliche Ladestationen, um Elektrofahrzeuge attraktiver zu machen.

Ladestation Elektrotankstelle Kinderauto

Quelle: Nadine Siegle

Elektrotankstelle mit Kinderauto an der Smart Suisse 2019 (Symbolbild).

Öffentliche Elektrotankstellen sind in Basel noch dünn gesät. Gerade mal zwei Dutzend öffentliche Ladestationen listen die Industriellen Werke Basel (WB) auf ihrer Website für das Gebiet des Stadtkantons auf. Deutlich zu wenig angesichts der zu erwartenden Entwicklung. Heute ist bereits jeder zehnte Neuwagen in Basel ein E-Auto. Als politisches Ziel peilen Bund, Kantone und Städte bis kommendes Jahr eine Quote von 15 Prozent an. Gemäss Berechnungen könnten die E-Autos schon in zehn Jahren die Mehrheit auf der Strasse stellen.

Die Basler Regierung hat vorgeschlagen, in den kommenden Jahren 200 zusätzliche Ladestationen zu schaffen. Damit die IWB die Infrastruktur aufstellen und betreiben können, beantragt die Regierung beim Parlament 11,4 Millionen Franken. Die Einnahmen durch den Strom reichen nicht für die Amortisation der Elektrozapfsäulen.

In öffentlichen und in privaten Parkhäusern

Der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rats (Uvek), die das Geschäft vorberaten hat, geht dies aber deutlich zu wenig weit: Die Kommission verlangt 4000 zusätzliche Ladestationen, wie die «BZ Basel» meldet. Nach ihren Vorstellungen sollen die Elektrotankstellen je zur Hälfte in öffentlichen und in privaten Parkhäusern erstellt werden. Das käme deutlich billiger als die aufwendige Installation von Ladesäulen an öffentlichen Parkplätzen. Deshalb soll der Kanton ein Förderprogramm starten.

Gebühr auf Strom der Ladestationen vorgeschlagen

Nach der Meinung der Uvek soll der Ausbau der Infrastruktur nicht mit Steuergeldern finanziert werden. Die Ladestationen sollen nicht von Personen mitbezahlt werden, die vielleicht gar kein Auto besitzen. Stattdessen schlägt die Kommission vor, auf den Strom der Ladestationen eine Gebühr zu erheben, um die Infrastruktur zu refinanzieren.

Damit der Strom nicht teurer wird als derjenige aus der eigenen Steckdose, soll er ganz oder teilweise von der Lenkungsabgabe befreit werden können, die derzeit fünf Rappen pro Kilowattstunde beträgt. Gemäss dem Bericht hat der Vorschlag der Kommission gute Chancen, wenn das Parlament sich im April über die Vorlage beugt.

Ladestationen an Strassenlaternen in Bern

Auch in Bern sollen die Lademöglichkeiten für Elektroautos ausgebaut werden. Energie Wasser Bern (EWB) will im Rahmen eines Pilotprojekts prüfen, ob Laternenmasten genutzt werden können, um E-Fahrzeuge aufzuladen. Dafür werden zwei Masten von Hängeleuchten und ein klassischer Kandelaber mit Ladepunkten ausgerüstet, wie EWB mitteilt. Die Ladestationen an den Strassenlaternen an der Thormannstrasse und an der Huberstrasse werden Ende März in Betrieb genommen. Der Pilotversuch dauert mindestens ein Jahr, ab Frühling 2022 erfolgt die Auswertung der Daten und der Entscheid über eine allfällige flächendeckende Einführung.

Am Projekt sind neben Energie Wasser Bern drei weitere Partner beteiligt: Siemens, Ubitricity und Move Mobility. Die Stadt Bern unterstützt das Projekt und stellt die Parkfelder in der blauen Zone zur Verfügung. Ausserdem wird das Pilotprojekt von Energie Schweiz unterstützt. Die Projektpartner wollen bei diesem Pilotversuch mehr Erfahrungen zur technischen Machbarkeit sowie zur Akzeptanz und Nutzung solcher Lademöglichkeiten sammeln, wie es in der Mitteilung weiter heisst. (mgt)

Kennzahlen zu Ladeinfrastruktur als Open Data

Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Schweiz wird stetig ausgebaut. Eine nationale Dateninfrastruktur zeigt neu auf www.ich-tanke-strom.ch in Echtzeit die Verfügbarkeit der öffentlichen Ladestationen an, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilt.

Auf Basis dieser Echtzeitdaten erhebt das BFE neu regelmässig Kennzahlen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur. Erfasst werden die Anzahl Ladestationen, Standorte, Stecker sowie die aufsummierte maximale Ladeleistung sowohl in der ganzen Schweiz als auch in den einzelnen Kantonen. Die wichtigsten Kennzahlen stehen als Datenvisualisierung unter www.ich-tanke-strom.ch/kennzahlen bereit, die vor allem für mobile Endgeräte optimiert ist.

Die Daten zu den Kennzahlen der Ladeinfrastrukturentwicklung für Elektroautos stehen für vielseitige Verwendungen auf dem Portal opendata.swiss bereit. Sie dürfen als Open Data frei verwendet werden, sofern die Quelle angegeben wird. Aufgebaut wurde die Dateninfrastruktur vom BFE und Anbietenden von Ladestationen. Bisher übermitteln 20 Anbietende ihre Daten an die Plattform. (sda)

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