10:11 BAUBRANCHE

Einst grösstes Windrad der Schweiz abgebrochen und nach Polen verkauft

Teaserbild-Quelle: Adev

Das Windkraftwerk auf dem Grenchenberg, das erste Grosswindrad der Schweiz, wurde nach einem Defekt abgebaut und nach Polen verkauft. Am gleichen Standort will die Energieversorgerin SWG einen Windpark mit sechs Grosswindrädern bauen.

Windkraftwerk Grenchenberg Adev

Quelle: Adev

Das Windrad auf dem Grenchenberg ist Geschichte.

Mit einer Nabenhöhe von 30 Metern über Boden und einem Rotordurchmesser von 24 Metern war das Windkraftwerk auf Grenchenberg im Vergleich mit heutigen Anlagen klein. Als es 1994 auf der Hochebene im Solothurner Jura aufgestellt wurde, war es aber das grösste Windrad der Schweiz. Seither ist es mit nur kleinen Unterbrüchen 27 Jahre lang gelaufen. Nach Angaben der Eigentümerin, der Energiegenossenschaft Adev, hat es dabei bis heute rund 3,2 Millionen Kilowattstunden produziert.

Reparatur lohnte sich nicht mehr

Im vergangenen Dezember legte ein Defekt das Kraftwerk lahm, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet. Eine Reparatur habe sich nicht mehr gelohnt, weil man die Anlage voraussichtlich nur noch kurze Zeit betreiben könne. Denn die Energieversorgerin SWG plant auf dem Grenchenberg den Bau eines Windparks mit sechs Grosswindrädern.

Das kleine Adev-Kraftwerk müsste weichen, weil Vereinbarungen mit dem Naturschutz nicht mehr als sechs Windräder auf dem Grenchenberg zulassen. Allerdings steht der Entscheid des Bundesgerichts über die SWG-Anlage noch immer aus.

Anlage wird in Polen wieder in Betrieb genommen

Die Adev hat laut dem Bericht das Windrad nun abgebaut, zerlegt und die Einzelteile abtransportiert. Die Anlage werde aber nicht etwa verschrottet, sondern sei nach Polen verkauft worden. Dort wird sie überholt und wieder in Betrieb genommen, wie ein Adev-Sprecher gegenüber der «Solothurner Zeitung» erklärte. (mgt)

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