Eidgenössische Wahlen: Bauleute drängen ins Bundeshaus

Teaserbild-Quelle: zvg / Béatrice Devènes

Am 20.Oktober wählt die Schweiz ein neues Parlament. Um einen Sitz im Bundeshaus bewerben sich auch einige Kandidatinnen und Kandidaten aus der Bauwirtschaft. Seit den letzten Wahlen ist die Branche in Bern schwach vertreten. Der Baumeisterverband will das ändern.

Blick in den Nationalratssaal: Viele Rahmenbedingungen für die Schweizer Bauwirtschaft werden von der Politik bestimmt.
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Blick in den Nationalratssaal: Viele Rahmenbedingungen für die Schweizer Bauwirtschaft werden von der Politik bestimmt.

Raumplanung, Beschaffungswesen, Gebäudeprogramm, Infrastrukturen und andere gesetzliche Vorschriften aller Art: Viele der Rahmenbedingungen, die das Tagesgeschäft der Bauwirtschaft bestimmen, werden von der Politik festgelegt. Doch unter der Bundeshauskuppel in Bern ist die Baubranche zurzeit kaum vertreten. Den eidgenössischen Räten gehört seit den letzten Wahlen vor vier Jahren kein einziger Bauunternehmer mehr an. Auch auf Kantons- und Gemeindeebene finden sich nur wenige Vertreter der Baubranche, die sich politisch engagieren.

Dabei hat das Baugewerbe 2018 geschätzte Werte von über 35 Milliarden Franken geschaffen, wie aus der Broschüre «Zahlen und Fakten» des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hervorgeht. Das entspricht rund fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts oder etwa dem, was hiesige Banken erwirtschaften. Das Bauhauptgewerbe bietet rund 80000 Arbeitsplätze und bildet viele Lernende aus. Und die Zahl der Beschäftigten steigt: Im Bauhauptgewerbe wuchs sie 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1000, im Ausbaugewerbe gar um 5000.

Am 20.Oktober stehen die nächsten Wahlen in den National- und Ständerat an. Auch mehrere Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft bewerben sich um einen Sitz im Bundesparlament. Sechs Kandidatinnen und Kandidaten aus der Baubranche schildern im Baublatt ihre politischen Anliegen und äussern sich zur Digitalisierung, Energiewende und Verdichtung.

Wir wollen aufzeigen, wie sehr die Baubranche von politischen Entscheiden abhängt.

Thomas Hofstetter, Kampagnenleiter beim Baumeisterverband

Mehrjährige Aufbauarbeit

Der SBV hat sich das Ziel gesetzt, mehr Vertreter der Bauwirtschaft für ein politisches Engagement zu gewinnen. Junge, aber auch erfahrene Bauleute sollen die Interessen der Branche in der Politik vertreten. Der Baumeisterverband hat deshalb das Projekt «Wahlen 2019» gestartet. Geplant sei eine mehrjährige Aufbauarbeit, die den politischen Einfluss der Baubranche langfristig vergrössern soll, erklärt Kampagnenleiter Thomas Hofstetter.

Dem SBV gehe es nicht nur darum, die Positionen der Bauwirtschaft im Bundeshaus zu stärken, sondern er wolle auch Politikkarrieren bereits auf kommunaler und kantonaler Ebene fördern. Zunächst gehe es darum, bei den Bauleuten Interesse für die Politik zu wecken, sagt Hofstetter. In einem ersten Schritt wolle man aufzeigen, wie sehr die Branche von politischen Entscheiden abhängt. Gleichzeitig werde gemeinsam mit den Sektionen nach Wegen gesucht, wie der Politnachwuchs aus den eigenen Reihen gezielt unterstützt werden kann.

Bei den bevorstehenden Parlamentswahlen wird der Baumeisterverband laut Hofstetter einige Kandidaten begleiten. Der SBV bietet ihnen zum Beispiel auf der eigenen Website Gelegenheit, sich zu bestimmten Themen wie dem Beschaffungswesen zu positionieren. Der Verband rechnet sich gute Chancen aus, dass die Bauwirtschaft nach den Wahlen wieder besser im Bundeshaus vertreten ist. Hofstetter: «Wir haben zwei, drei heisse Eisen im Feuer.»

Die sechs Kandidaten im Interview:

Autoren

Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind politische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sowie Themen der Raumentwicklung.

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