Digital Real Estate Index: Im Tal der Enttäuschung

Teaserbild-Quelle: 3529638, Pixabay, Public Domain-ähnlich
Digital Real Estate Index

Der Digitalisierungsgrad der Immobilienwirtschaft ist in der Schweiz wie auch in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gesunken. Das hat eine Umfrage des Beratungsunternehmens Pom+ ergeben. Nach dem Hype ist in der Branche Ernüchterung eingekehrt.

Wie digitalisiert ist die Immobilienwirtschaft in der Schweiz und in Deutschland unterwegs? Dieser Frage ist die Immobilienberatungsfirma Pom+ nachgegangen. Die Ergebnisse wurden an einem Pre-Event zum Digital Real Estate Summit 2020 auf dem Fachhochschul-Campus Brugg-Windisch vorgestellt. Fazit: Der Digital Real Estate Index (DRE-Index) für die Immobilienwirtschaft in der Schweiz und Deutschland ist gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Punkte oder 17 Prozent auf 3,87 Punkte gesunken – dies auf einer Skala von 1 bis 10.

In der Branche habe eine Ernüchterung eingesetzt, sagt Joachim Baldegger, Studienleiter und Head of Service Unit Future Lab bei Pom+. «Die Digitalisierung ist in der Immobilienwirtschaft angekommen. Die Unternehmen haben die ersten positiven und negativen Erfahrungen gesammelt und können jetzt die Thematik besser einordnen. Nach der anfänglichen Begeisterung sehen jetzt viele eher die Schattenseiten und Herausforderungen der digitalen Transformation.»

Bei der letzten Studie im Vorjahr wurde der Digitalisierungsgrad in der Schweiz (4,55) etwas niedriger eingestuft als in Deutschland (4,99). 2020 liegen die Werte fast auf der gleichen Höhe – Schweiz: 3,88; Deutschland: 3,81. Die Immobilienwirtschaft in Deutschland sieht sich demnach wesentlich kritischer als im letzten Jahr und liegt dieses Jahr mit ihrem Digitalisierungsgrad sogar knapp hinter der Schweiz.

Digitalisierungsreife eingeschätzt

In diesem Jahr wurde die Erhebung erstmals durch Selbstbeurteilungen zum Digitalisierungsgrad des eigenen Unternehmens ergänzt. Rund 250 Führungskräfte und Immobilienexperten aus den Bereichen Investment, Portfolio-, Asset-, Property- und Facility-Management sowie Architekten und Bauunternehmen schätzten ihre eigene Digitalisierungsreife ein.

Auffallend: Die meisten Akteure beurteilten die eigene Unternehmung als stärker digitalisiert, als der DRE-Index auf übergeordneter Ebene mass. Der Digital Real Estate Index beruht auf einer von Pom+ entwickelten Messung von 25 Indikatoren in den Bereichen Strategie, Organisation und Prozesse, Kunden, Produkte und IT-Infrastruktur sowie Technologieeinsatz.

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