CS-Studie: Auf dem Wohnungsmarkt wird Qualität wichtiger

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Studie der Credit Suisse

Der Schweizer Immobilienmarkt muss sich auf noch mehr leere Wohnungen einstellen. Solange die Zinsen negativ seien, werde gebaut, lautet das Fazit einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Credit Suisse. Umso wichtiger sei es, dass die Vermieter stärker auf die Qualität ihrer Objekte achteten.

Hausfassade, Symbolbild.
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Hausfassade, Symbolbild.

Die Bautätigkeit werde wegen des tiefen Zinsniveau kaum nachlassen, heisst es in der Studie der Grossbank Credit Suisse. Daher kämen 2019 abermals zahlreiche neue Mietwohnungen auf den vielerorts bereits übersättigten Markt. Gebaut werde hauptsächlich in den Agglomerationsgemeinden, und damit vielfach am falschen Ort.

Das Auseinanderklaffen von Nachfrage und Angebot ausserhalb der Grosszentren werde die Leerstände auf dem Mietwohnungsmarkt 2019 zum zehnten Mal in Folge erhöhen, wenn auch mit leicht verlangsamten Tempo im Vergleich zum Vorjahr. Die Ökonomen der Credit Suisse gehen daher davon aus, dass die Angebotsmieten um ein bis zwei Prozent fallen werden.

Die Lagequalität werde daher wichtiger denn je im Wettbewerb um die Mieter. Eine gute Erreichbarkeit beziehungsweise die Nähe zu den Zentren sei ein Hauptfaktor für ein geringes Leerstandrisiko. Immer wichtiger werde auch der Grundriss eines Objekts. Gut durchdachte Grundrisse verbesserten den Nutzwert einer Wohnung erheblich.

Eigentum bleibt günstiger als Mieten

Trotz der hohen Immobilienpreise bleibe Wohneigentum dank der tiefen Hypothekarzinsen günstiger als Mieten, heisst es weiter. Dies müsste die Nachfrage eigentlich beflügeln.

Die Nachfrage werde aber durch hohe Regulierungs- und Finanzierungshürden abgeklemmt, schreibt die Bank. Zudem konzentrierten sich die Immobilienentwickler auf den Bau von Mietwohnungen, da ihnen diese buchstäblich trotz bereits hoher Leerstände aus den Händen gerissen würden. Erstmals seit langem, so die Bank, dürfte 2019 die Eigentumsquote, die bei 39 Prozent liege, wieder sinken.

Arbeitswelt im Wandel fordert flexible Lösungen

Das Marktumfeld für Büroimmobilien profitiere vom Wirtschaftsaufschwung und dem damit verbundenen Beschäftigungswachstum. Die Erholung in den einzelnen grossen Büromärkten sei aber unterschiedlich weit fortgeschritten. Allen Märkten gemeinsam sei, dass die Erholung von den zentralen Lagen ausgeht.

Digitalisierung und Automatisierung veränderten die Arbeitstätigkeiten. Atypische Arbeitsverhältnisse und flexible Arbeitszeitmodelle nähmen zu und entsprächen einem grossen Bedürfnis der Arbeitnehmenden, stellen die Autoren ausserdem fest. Die Hürden für den ortsunabhängigen Arbeitsplatz seien dank mobiler Computer, leistungsfähiger Breitbandverbindungen und Cloud-Lösungen gefallen.

Für die Arbeitgeber resultieren daraus Anreize, von einem ortsgebundenen Arbeitsplatzmodell zu einem aktivitätsbasierten Modell überzugehen. Entsprechend müssen sich Büroanbieter auf neue Anforderungen bezüglich Flexibilität und Layout ihrer Flächen einstellen. Gefragt seien offene, flexible und intelligente Bürolayouts. (awp sda)