Bundesrat will bis 2050 klimaneutrale Schweiz

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Bundesrat will klimaneutrale Schweiz

Der Bundesrat hat seine bisherigen Ziele verschärft: Die Schweiz soll nach seinem Willen bis 2050 klimaneutral sein.

Auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse hat der Bundesrat entschieden, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden soll, womit er das bisherige Ziel verschärft. Ab diesem Jahr darf das Land also nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als es selber speichern kann.

Wie das Umweltdepartement (Uvek) mitteilt, entspricht die Schweiz damit dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Einer Erhöhung des Ziels hatte der Bundesrat im Grundsatz bereits zuvor zugestimmt, indem er die Prioritäten der Schweiz für die Uno-Generalversammlung festlegte. Nun hat er sich für Netto-Null Emissionen bis 2050 entschieden, wie es auch die Gletscherinitiative fordert. Bei dieser läuft die Unterschriftensammlung, die aber die nötigen Anzahl zusammen bringen sollte.

Klarheit und Planungssicherheit

"Wir müssen die Treibhausgasemissionen stärker und schneller eindämmen", so Umweltministerin Simonetta Sommaruga. Die Schweiz habe als innovatives Land beste Voraussetzungen, das hochgesteckte Ziel zu erreichen. Mit dem Entscheid schaffe der Bundesrat Klarheit und Planungssicherheit.

Nach den bisherigen Plänen sollte der Kohlendioxid-Ausstoss bis 2050 gegenüber 1990 um 70 bis 85 Prozent sinken. Doch der Bericht des Uno-Klimabeirats von letztem Oktober zeigte die Notwendigkeit, die Netto-Null früher zu erreichen als bisher berechnet. Denn bereits ab einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad entstehen gemäss Bericht gravierende Veränderungen an Ökosystemen.

Klimastrategie bis Ende 2020

Bis Ende 2020 wird das Uvek nun die Klimastrategie 2050 erarbeiten. Über deren Richtung und Massnahmen hat der Bundesrat noch nicht entschieden. Ein Teil der Emissionen könnte weiterhin im Ausland reduziert werden. Es gebe aber auch in der Schweiz Potenzial, denn noch immer würden heute neue Ölheizungen eingebaut.

Mit den heute bekannten Technologien und dem Einsatz erneuerbarer Energien könnten die CO2-Emissionen in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Industrie um bis zu 95 Prozent gesenkt werden, schreibt das Uvek. Auch in der Landwirtschaft gebe es Verminderungspotenzial. (MGT/bk)

 

Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Umweltministerin
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EJPD

Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Umweltministerin