16:03 BAUBRANCHE

Benjamin Wasinger: «Sobald wir den Impfstoff haben, können wir starten»

Geschrieben von: Stefan Breitenmoser (bre)
Teaser-Quelle: Wacker Neuson Schweiz

Benjamin Wasinger, Chef von Wacker Neuson Schweiz, will auf dem Firmengelände in Volketswil eine Halle in ein privates Impfzentrum umfunktionieren. Damit will er nicht nur seine Mitarbeiter schützen, sondern auch einen Beitrag zur Lösung der Krise leisten. Trotzdem stösst er mit dieser Idee nicht nur auf Gegenliebe. 

Benjamin Wasinger Wacker Neuson privates Impfzentrum

Quelle: Wacker Neuson Schweiz

Benjamin Wasinger, Chef von Wacker Neuson Schweiz, hat mit seiner Idee eines privaten Impfzentrums auch innerhalb der Baubranche für Aufsehen gesorgt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Volketswil ein privates Impfzentrum zu installieren?

Benjamin Wasinger: Unser Ziel ist es, die Mitarbeiter und deren Angehörige so rasch als möglich zu impfen. Gleichzeitig bieten wir auch regelmässige Tests an, um sicherzustellen, dass unser Betrieb wirklich eine pandemiefreie Zone ist. Natürlich ist das Angebot freiwillig. Mit unserer Initiative wollen wir einen Beitrag zur schnellstmöglichen Lösung der Corona-Krise leisten und dafür sorgen, dass wir den Betrieb in Volllast fahren können. Das Problem mit Covid-19 ist ja nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein wirtschaftliches und soziales. Mit unserem Engagement setzen wir genau hier an: Die Menschen sollen gesund bleiben und wieder normal arbeiten können.

Wieso braucht es aus Ihrer Sicht ein privates Impfzentrum?

Ich stelle fest, dass der Staat Probleme hat, die Krise effizient zu bewältigen und die Impfwilligen innert nützlicher Frist zu impfen. Auch wenn im Mai und Juni grosse Dosen an Impfstoffen kommen, müssen viele noch länger auf einen Termin warten. Ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderung durch das Coronavirus nur gemeinsam bewältigen können. Die Privatwirtschaft soll auch ihren Beitrag leisten. Das ist in ihrem Interesse – und in dem der Allgemeinheit.

Bei der Zürcher Gesundheitsdirektion stossen Sie mit Ihrer Idee nicht nur auf Gegenliebe. Was meinen Sie dazu?

Wie gesagt: Wir können diese Krise nur gemeinsam lösen. Als Unternehmer bin ich nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg meiner Firma verantwortlich, sondern auch für das Wohl der Mitarbeiter. Es besteht eine gesetzliche Fürsorgepflicht. Ich bin sicher, dass dies auch im Sinn der Behörden ist. Wir müssen alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um so rasch wie möglich aus dieser Krise zu kommen.

Mit Ihrer Halle in Volketswil und dem Projektpartner Docstation scheinen Sie, was die infrastrukturelle und medizinische Seite des Projekts betrifft, sehr gut aufgestellt. Denken Sie, Sie können das Projekt durchziehen?

Alles ist bereit und minuziös geplant, um das Projekt erfolgreich durchzuführen. Sobald wir den Impfstoff haben, können wir starten.

Sie wollen noch andere Firmen mit ins Boot holen und haben laut eigener Aussage in den letzten Tagen viele Rückmeldungen von KMU bekommen. Wie sieht es mit Rückmeldungen von Firmen innerhalb der Baubranche aus?

Das Echo auf unsere Initiative war überwältigend. Ich musste eigens eine Person anstellen, um den Ansturm zu bewältigen. Das zeigt: Das Bedürfnis nach effizienten Lösungen in der Wirtschaft ist riesig, die Unternehmer wollen ihre Verantwortung wahrnehmen. Insgesamt haben wir aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe gegen 1000 Mitarbeiter, welche sich bei uns impfen lassen wollen.

Lohnt sich denn der ganze Aufwand für Sie?

Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn meine Mitarbeiter gesund bleiben, voll arbeiten können und die Schweizer Wirtschaft subito wieder in Schwung gerät. Das muss das Ziel von uns allen sein.

Sie wollen die Ärzte mit bis zu 240 Franken pro Impfung entlöhnen, was rund das Zehnfache dessen ist, was der Bund bezahlen will. Ist es nicht gefährlich, die Ärzte mit mehr Geld zu ködern?

Ich bitte Sie. Wir ködern keine Ärzte, sondern geben ihnen eine angemessene Entschädigung für ihre umfassenden Serviceleistungen: Sie impfen und testen unsere Mitarbeiter in der Praxis und vor Ort bei uns am Hauptsitz und setzen das ganze Projekt in schnellstmöglicher Zeit professionell um.

Sie sprechen davon, dass es für Ihre 175 Mitarbeiter trotzdem keinen Impfzwang geben soll. Was denken denn Ihre Mitarbeiter über das Projekt?

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