Bauwirtschaft Zentralschweiz: Hochbau verliert an Terrain

Teaserbild-Quelle: Raumgleiter AG, Zürich
Bauwirtschaft in der Zentralschweiz

In der Zentralschweiz hat sich die Hochbautätigkeit abgeschwächt. Die Summe geplanter Hochbauprojekte fiel sogar unter die Marke von fünf Milliarden Franken. Vom Rückgang waren alle Segmente betroffen. Als robust erwies sich der Tiefbau.

 
 

In der Zentralschweiz hat sich die Bautätigkeit gesamthaft um 4,3% abgeschwächt. Während der Tiefbau im letzten und ersten Quartal noch ein Plus von 1,4% vermelden konnte. Die Umsätze im Hochbau gingen dagegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,7% zurück, wobei insbesondere die Wohnbautätigkeit deutlich schwächer tendierte, wie die vierteljährlich durchgeführten Erhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) zeigen. Besser entwickelten sich die Bauaufträge. Dagegen waren im 4. und 1. Quartal deutlich weniger Hochbauprojekte vorrätig. Eine positive Entwicklung vermitteln diesbezüglich wiederum die Zahlen des Tiefbaus (+4,3%).

Luzern und Schwyz ziehen nicht mit

Die aktuellen Statistiken über einen Zeitraum von einem Jahr zeigen, dass die Abkühlung der Hochbautätigkeit noch akzentuierter ausfiel als in der Quartalsbetrachtung. Ein guter Frühindikator für die künftige Entwicklung der Baukonjunktur sind die auf Basis von Gesuchen ermittelten Bausummen, welche die Docu Media Schweiz GmbH systematisch erfasst. Im Vergleich zur Vorjahresperiode büsste der Hochbau demnach an Terrain ein, die Bausumme ging um 14,2 % zurück (Zahlen per 31. Juli). Die Summe fiel zudem erstmals seit fünf Perioden unter die Marke von fünf Milliarden Franken. Auch lagen alle Segmente im Minus. In Luzern reduzierte sich aufgrund der Zahlen im letzten Jahr die Bausumme zwar lediglich um 5,2 %, doch weil der Kanton gut die Hälfte der Zentralschweizer Bauinvestitionen absorbiert, wog der Rückgang insgesamt schwer.

Das Minus bei der Hochbausumme in der Urschweiz ist auch auf die Abschwächung im Kanton Schwyz zurückzuführen, auf den in den letzten zwölf Monaten gut ein Sechstel des gesamten Bauvolumens entfiel. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ging die Bausumme dort um 44,2% zurück.

Wohnbau korrigierte stark

Gesamthaft rückläufig war auch der Wohnbau, in den mehr als zwei Drittel der Bauinvestitionen der Zentralschweiz fliessen. Die aggregierte Summe in diesem Segment gab um 13,7% nach, wobei sich mit Ausnahme von Zug alle Kantone in der Minuszone befanden. Massiv war der Rückgang im Kanton Schwyz (-45,2%). In Luzern ging die Bausumme zwar zurück (-4,5%), doch erreichte diese immerhin fast den Fünfjahresdurchschnitt. Beim Industriebau konnten lediglich die Kantone Luzern und Uri den Fünfjahresdurchschnitt übertreffen. Insgesamt resultierte beim zweitwichtigsten Segment neben dem Wohnbau ein Minus von 18,7%. Trotz einiger Grossprojekte entwickelten sich die Summen im Gesundheitssegment unterdurchschnittlich. Auch das Segment war gesamthaft rückläufig, mit Ausnahme von Uri auch das Tourismussegment.

Mehr zur Bauregion Zentralschweiz

Interessiert an der Bauregion Zentralschweiz? Das Baublatt vom 16. August ist den Bauregionen Uri, Nidwalden, Obwalden, Luzern, Schwyz und Zug gewidmet. Einen kleinen Überblick zu aktuellen Projekten der jeweiligen Kantone gibt es unter: 

baublatt.ch/projekteurownw
(Uri, Obwalden, Nidwalden)

baublatt.ch/projekteluszzg
(Luzern, Schwyz und Zug)

In Kriens soll zwischen zwei Wohntürmen eine Sport- und Eventarena für 4000 Zuschauer entstehen. Über 200 Millionen Franken beträgt das Investitionsvolumen, wovon 35 Millionen auf die Arena entfallen.
Quelle: 
Raumgleiter AG, Zürich

In Kriens soll zwischen zwei Wohntürmen eine Sport- und Eventarena für 4000 Zuschauer entstehen. Über 200 Millionen Franken beträgt das Investitionsvolumen, wovon 35 Millionen auf die Arena entfallen.

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