Bauwirtschaft Ostschweiz: Zuversicht dank Grossprojekten

Gewichtige St. Galler Spitalbauten werden das Ostschweizer Baugewerbe während Jahren stützen. Die Aussichten könnten sich mittelfristig aber eintrüben. Denn zu gross erscheint die Abhängigkeit vom Mehrfamilienhaus-Bauboom in ländlichen Mittellandkantonen und von öffentlichen Millionenprojekten.

In der Ostschweiz dürfte es im Hochbau in den kommenden zwei Jahren insgesamt sicher noch aufwärts gehen. Dafür sorgen aber primär öffentliche Grossinvestitionen. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den Zahlen zu den Baueingaben in den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Graubünden, Schaffhausen, Glarus sowie Appenzell Inner- und Ausserrhoden, welche die Baublatt-Herausgeberin Docu Media Schweiz GmbH für die letzten 12 Monate ermittelt hat (blau-graue Grafiken). Im Vergleich mit der Vorjahresperiode ist die geplante Hochbausumme aller sieben Kantone zwischen dem 1.September 2017 und dem 31. August 2018 um 9,4 % angestiegen. Ausschlaggebend dafür war primär das 600 Millionen Franken teure gemeinsame Grossprojekt «Come together» des Kantonsspitals St.Gallen und des Ostschweizer Kinderspitals. Ohne dieses hätte das Wachstum in der Ostschweiz lediglich 0,4 % betragen.

SG: Sonderfaktor Spitalprojekte

Nur dank der millionenschweren Aus- und Umbauten auf dem Spitalareal ist denn auch die geplante Hochbausumme im Kanton St.Gallen im Vorjahresvergleich um 23,5 % deutlich gestiegen. Andernfalls hätte ein Rückgang von knapp 2 % resultiert. Im bevölkerungsreichsten Ostschweizer Kanton sorgt also der öffentliche Hochbau für die Musik. Regionale Wachstumstreiber waren neben der Stadt St.Gallen das boomende Rheintal (+15,6 %) sowie das wiedererstarkte Sarganserland (+16,0 %). Während gesamtkantonal die wichtigen Wohnbaueingaben mit -0,8 % nur leicht sanken (MFH +0,4 %; EFH -4,1 %), waren im volumenmässig unbedeutenden Industrie- und Bürobau deutliche Rückgänge zu verzeichnen (-22,3 und -56,4 %).

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