Baustoffrecycling: Immobilien sind wertvolle Materialquellen

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Baustoffrecycling: Immobilien sind wertvolle Materialquellen

Wie kann die Bau- und Immobilienbranche hierzulande nachhaltiger wirtschaften? Einen vielversprechenden Lösungsansatz verfolgt Madaster mit seiner Schweizer Online-Bibliothek für verbautes Material. Im Juni will der gemeinnützige Verein diese im Baubereich öffentlich ausrollen.

Baustoffrecycling: Ein LKW entlädt eine Ladung Bauschutt im Werk der Eberhard Unternehmungen.
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Gabriel Diezi

Baustoffrecycling: Ein LKW entlädt eine Ladung Bauschutt im Werk der Eberhard Unternehmungen.

Werden heute Gebäude rückgebaut, können materialspezifische Überraschungen die wünschenswerte Wiederverwendung erschweren oder gar verhindern. Und so landet Jahr für Jahr viel zu viel Bauschutt auf Deponien statt in der industriellen Aufbereitung zu neuwertigen Materialien und Zuschlagsstoffen. Dass dies nicht einfach so hingenommen werden muss, findet die ursprünglich in den Niederlanden gegründete Madaster Foundation.

Seit 2018 treibt ihr Schweizer Ableger ein Material-Kataster mit dem Ziel voran, hierzulande die Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienbranche zu etablieren. Voraussichtlich im Juni lanciert nun der Verein die öffentliche Version seiner Online-Plattform, die baubranchenspezifische Bedürfnisse berücksichtigt und schweizweite Standards definieren will. Um dieses Ziel zu erreichen, holte Madaster Schwergewichte wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu), die ETH Zürich, die Losinger Marazzi AG, die Swiss Prime Site AG sowie die Eberhard-Unternehmungen als Partner ins Boot.

Gebäude-Materialpässe schaffen Transparenz

Doch wie soll der Materialkreislauf in der Schweizer Bauwirtschaft konkret geschlossen werden? Ressourcenrelevante Daten von Bauwerken werden in einer Art «Online-Grundbuch» erfasst und in sogenannten Materialpässen bereitgestellt. Mit dem Madaster-Materialpass erhalten Bauherren und -träger erstmals eine vollständige Transparenz über den finanziellen und kreislaufwirtschaftlichen Wert sowie die Qualität des verbauten Materials. Gebäude werden so zu dokumentierten «Lagerplätzen», was die spätere Wiederverwendung und Rückgewinnung verbauter Materialien erheblich erleichtert. (gd/pd)

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