09:04 BAUBRANCHE

Bauregion Zürich und Schaffhausen: Freud und Leid mit dem Bundesgericht

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Ben Kron

Der Kanton Zürich kann den Innovationspark Dübendorf dank einem Bundesgerichtsentscheid weiterentwickeln. Wegen eines anderen Entscheids sind im Kanton einige Wohnbauprojekte auf Eis gelegt. In Schaffhausen schreiten derweil die Arbeiten am neuen Kantonsspital wieder voran.

Bauregion Zürich «3point» Dübendorf

Quelle: Ben Kron

Der Hochhausboom im Kanton Zürich hält an: In der Überbauung «3point» in Dübendorf entstehen drei Wohnhochhäuser mit zusammen 445 Eigentumswohnungen samt Tiefgarage für rund 400 Fahrzeuge.

Man darf von einem Paukenschlag sprechen: Der Kanton Zürich plante auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf, notabene der grössten Landreserve des ganzen Landes, einen Innovationspark. Dieser soll dereinst Hochschulinstitute und innovative Unternehmen an einem Ort vernetzen, um dort die Entwicklung zukunftsweisender und marktfähiger Produkte zu fördern. Dafür soll in einer ersten Etappe eine Fläche von maximal 37 Hektar des Flugplatzareals neu genutzt werden.

Doch im Sommer 2020 musste das Projekt gestoppt werden. Das kantonale Verwaltungsgericht hob die Planung für das Grossprojekt auf: Der vorgelegte Gestaltungsplan, so die Richter, sei für das Vorhaben das falsche Instrument, weil die Zuständigkeit bei der Standortgemeinde liege. Das ganze Projekt schient zu diesem Zeitpunkt arg gefährdet.

Innovationspark: Sieg für Kantonsregierung

Doch nun hat das Bundesgericht auf die Pauke gehauen: Es hiess die Beschwerde des Kantons gegen das Urteil der Vorinstanz gut und bestätigte die Festsetzung des Gestaltungsplans abschliessend. Somit ist es prinzipiell erlaubt, auf der Fläche des Flughafens Neubauten zu erstellen, und der Gestaltungsplan ist rechtskräftig. 

Für die Regierung des Kantons ein Sieg auf der ganzen Linie. Sie kann nun die Bauten einer ersten Etappe planen. Daneben plant Baudirektor Martin Neukom (Grüne), die Fläche des Innovationsparks, die noch in einer Landwirtschaftszone liegt, neu als Siedlungsgebiet auszuscheiden. Dasselbe empfiehlt auch das Bundesgericht.

Bauregion Zürich Flughafen Dübendorf Innovationspark

Quelle: Ben Kron

Auf dem Areal des Flughafens Dübendorf, der grössten zusammenhängenden Landreserve der ganzen Schweiz, kann der Kanton Zürich nach einem Entscheid des Bundesgerichts nun doch einen Innovationspark realisieren.

Richter stoppen Wohnbauten

Und die Lausanner Richter beschäftigten sich noch in einem anderen Fall mit Zürich: Sie stoppten eine von Swisscanto geplante Wohnsiedlung im Zürcher Enge-Quartier wegen mangelndem Lärmschutz. Hintergrund: Die Stadt hatte bis anhin einigen Projekten trotz ebenfalls fehlendem Lärmschutz eine Ausnahmebewilligung für den Bau erteilt. Doch das Bundesgericht befand, dass man viel zu oft auf diese Ausnahmeregelung zurückgegriffen habe. Beim vorliegenden Bauprojekt, das 124 Wohneinheiten umfasst, sei es unerlässlich, «den Lärm an der Quelle zu begrenzen».

Diese Rechtsprechung betrifft auch einige weitere Bauprojekte in Stadt und Kanton, die nun nach strengeren Anforderungen geplant werden müssen. Das Hochbaudepartement befürchtet «tote Fassaden»: Zur Strasse hin abweisende Häuserfronten, in denen es nur noch kleine Fenster hat, während sich die Wohnräume und Balkone auf den Innenhof ausrichten. Betroffen sind neben dem genannten Projekt zum Beispiel auch die Brunau-Überbauung mit knapp 500 Wohnungen, ein Vorhaben in Schwerzenbach mit 128 Wohnungen und ein Projekt der Baugenossenschaft Oberstrass Zürich mit 134 Wohnungen.

Bauregion Zürich Ersatzneubauten Genossenschaft Oberstrass

Quelle: Ben Kron

Die Bauprofile sind über Nacht wieder verschwunden: Diese über 100 Jahre alten Häuser der Genossenschaft Oberstrass hätten Ersatzneubauten weichen sollen. Doch das Verwaltungsgericht stoppte das Projekt.

Bei letzterem hat das Verwaltungsgericht, gestützt auf das neue Urteil aus Lausanne, die Baubewilligung aufgehoben, und die Genossenschaft ist bei ihrem seit 2013 laufenden Planungsprozess wieder zurück am Anfang. Grotesk an der Situation: Die Häuser an der Winterthurerstrasse sind rund hundert Jahre alt. Die Bewohner leiden also heute schon massiv am Verkehrslärm, vor dem sie in den neuen Bauten besser geschützt gewesen wären.

Credit Suisse reagiert umgehend

Wobei die Investorin Credit Suisse beim Brunau-Projekt rasch reagiert hat: Sie hat bereits ein neues Baugesuch eingereicht, bei dem die Wohn- und Schlafzimmer auf die ruhigen Seiten der Überbauung verlegt werden. Was von aussen dem Vernehmen nach nicht einmal zu sehen sein soll.

Die Stadt hat auf politischer Ebene auf das Lärmproblem reagiert und setzt beim Verursacher an. Die Idee deshalb: Flächendeckend Tempo 30, was bei der Wirtschaft und der Autolobby heftig bekämpft wird. Auf 150 Kilometern soll die Temporeduktion bis 2030 realisiert werden, um den Verkehrslärm zu bekämpfen.

Bauregion Zürich Überbauung Hauptbahnhof Winterthur

Quelle: Ben Kron

Gleich hinter dem Hauptbahnhof in Winterthur entstehen bei dieser umfassenden, 50 Millionen Franken teuren Sanierung knapp 8000 Quadratmeter für eine gemischte Nutzung und daneben 65 Mietwohnungen.

Ewiger Zankapfel Hardturm

Schwierig haben es in Zürich aber nicht nur Wohnbau-Projekte an Hauptstrassen. Auch der Bau von Sportstadien steht unter keinem günstigen Stern. So wurde der lokale Eishockeyclub ZSC Lions vorübergehend heimatlos: Die Nutzung des Hallenstadions endet, doch die neue Arena am Stadtrand kann erst mit Verspätung eröffnet werden, dies wegen falscher Schrauben in der Dachkonstruktion.

Noch schlechter sieht es fürs zweite Zürcher Fussballstadion aus: Auf dem Gelände des ehemaligen Hardturmstadions hätte eine Fussball-Arena für 18 000 Fans samt weiterer Nutzung und Wohnhochhäusern gebaut werden sollen. Die Pläne und die Bauherren sind da, das Volk hat sich seinerseits bereits in zwei Abstimmungen für das Projekt ausgesprochen. Doch gegen den zweiten Volksentscheid liegen zwei Stimmrechtsbeschwerden vor, welche die Beschwerdeführer nach zweimaliger Niederlage vors Bundesgericht weitergezogen haben. Dort ist der Fall seit 18 Monaten hängig.

Stadion frühestens im Jahr 2028

Und falls das Bundesgericht im Sinne des Bauvorhabens entscheidet, geht damit der Kampf erst richtig los: Dann müssen noch Kleinigkeiten wie der Gestaltungsplan und die Baubewilligung durch alle Instanzen der Justiz durchgeboxt werden. Bis also dann mal ein Ball in der Credit-Suisse-Arena rollt, dürfe es bis ins Jahr 2028 dauern.

Bauregion Zürich Gefängnis Winterthur

Quelle: Ben Kron

Baustelle für das neue Gefängnis in Winterthur: Der Neubau entlang der Bahngeleise wird 92 Gefängnisplätze bieten und den Kanton rund 113 Millionen Franken kosten.

Der Kanton Zürich war durch die Pandemie finanziell stark gefordert: Seit Januar 2021 hat er in bisher fünf Zuteilungsrunden Härtefallgelder an Unternehmen von 1,35 Milliarden Franken ausbezahlt. Und die nächste Zuteilungsrunde steht bevor.

Gesunde Kantonsfinanzen

Trotz dieses Mehraufwands hinterlässt die Pandemie in den kantonalen Finanzen bis jetzt keine negativen Spuren. Tatsächlich schliesst die Staatsrechnung kürzlich um satte 1,7 Milliarden Franken besser ab als erwartet. Budgetiert war ein Defizit von 525 Millionen Franken, nun wird es ein Plus von 758 Millionen. Als Gründe für den Geldsegen werden die Wirtschaft genannt, die robust durch die Pandemie gekommen sei, sowie höhere Steuererträge und zusätzliche Gewinnausschüttungen der National- und der Kantonalbank.

Bauregion Zürich Hochhäuser Stadt

Quelle: Ben Kron

Blick auf den wachsenden Hochhauswald in Zürich: Die Stadt hat das Coronajahr 2021 finanziell wesentlich besser bewältigt, als dies das vorsichtige Budget vorausgesagt hatte.

Noch bevor diese Zahlen bekannt waren, hat der Kantonsrat hat eine Steuersenkung für die nächsten zwei Jahre von 100 auf 99 Prozent beschlossen, die erste seit 2003. Der Rat finanziert dies, indem er pauschal 70 Millionen Franken aus dem Budget streicht. Wo aber die Ausgaben reduziert werden, muss Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) herausfinden, der sich klar gegen die Senkung ausgesprochen hatte.

Gewinn auch in der Stadt Zürich

Auch der Abschluss der Stadt Zürich, der wichtigsten Gemeinde des Kantons, ist besser als erwartet: Erwartet worden war ein Minus von 295 Millionen Franken, herausgekommen ist ein Plus von 120 Millionen. Grund sind die Steuereinnahmen, die viel höher ausfielen als erwartet. Die Branchen, die unter der Corona-Pandemie litten und leiden, sind weniger «steuerstark». Dank dem positiven Ergebnis steigt das Eigenkapital auf 1,66 Milliarden. Und Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) kann bilanzieren: «Damit sind wir bereit für schwierigere Zeiten.» Und die dürften kommen, rechnet man doch fürs laufende Jahr wieder mit rund 190 Millionen Franken Defizit.

Bauregion Zürich Franklinturm Zürich Oerlikon

Quelle: Ben Kron

Bauarbeiten am Franklinturm in Zürich Oerlikon: Das 80 Meter hohe Gebäude der Armon Semadeni Architekten, unmittelbar beim Bahnhof gelegen, wird nach seiner Fertigstellung Büros beherbergen.

Folglich bleibt der Steuerfuss in Zürich unverändert bei 119 Prozent. In den anderen Gemeinden des Kantons steigen die Steuerfüsse tendenziell leicht an: 27 Kommunen werden ihren Steuerfuss erhöhen, nur zwölf haben Senkungen beschlossen. Und dies, obwohl der Kanton seit diesem Jahr 50 statt bisher nur 30 Prozent der Ergänzungsleistungen von AHV- und IV-Bezügern übernimmt. Immerhin: In den meisten Zürcher Gemeinden, nämlich in 123 von 162, bleibt der Steuerfuss unverändert.

Siedlungsrichtplan steht

Auf Gemeindeebene hat das Stimmvolk der Stadt Zürich einen wichtigen planerischen Entscheid gefällt: Es sagte klar Ja zum Siedlungsrichtplan, der eine «Stadt der kurzen Wege» bringen soll. Konkret legt der kommunale Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen, mit dem bezaubernden Kürzel «Slöba», die Stadtentwicklung verbindlich bis ins Jahr 2040 fest.

Dann werden geschätzte 520 000 Menschen in der grössten Schweizer Stadt leben, weshalb mehr Verdichtung, mehr Grünräume und ein Wachstum vor allem im Norden und Westen der Stadt vorgesehen sind. Im «Slöba» sind insgesamt 44 Hektar für neue öffentliche Freiräume vorgesehen, dazu 49 Quartierzentren, um das Zusammenleben zu fördern.

Bauregion Zürich Hochhäuser Zürich Oerlikon

Quelle: Ben Kron

Hochhäuser in Zürich Oerlikon: In einer Testplanung sind solche bis 85 Meter hohen Gebäude vielerorts in der Stadt möglich. In Zürich West soll sogar fast das Dreifache erlaubt werden.

Ende Jahr wurde zudem bekannt, dass sich die Stadtpolitiker auf ein Klimaziel geeinigt haben: Zürich soll bis 2040 bei Netto-Null ankommen, dann also in der Bilanz keine Treibhausgase mehr emittieren, und dies ausdrücklich ohne den Kauf von CO2-Zertifikaten. Hierfür treibt die Stadt jetzt schon den Ausbau der Fernwärme voran und hat ein Förderprogramm für die energetische Sanierung von Häusern aufgegleist.

Zürcher Windenergie-Ideen

Dazu passt auch eine Idee des kantonalen Baudirektors Neukom: Er lässt derzeit die Grundlagen erarbeiten, um mögliche Standorte für Windenergie-Anlagen in den kantonalen Richtplan aufnehmen zu können. Schon sein SVP-Vorgänger hatte eine Studie erstellen lassen, wonach das Potenzial für 800 Anlagen und bis zu 3,5 Terawattstunden Strom vorhanden sei, was ein Drittel des Bedarfs des Kantons decken würde.

Buaregion Zürich «Höfe» Adliswil

Quelle: Claudia Bertoldi

Grossprojekt «Höfe» in Adliswil: Bis 2024 entstehen hier 330 Wohnungen und 8000 Quadratmeter Gewerbefläche. Das Quartier Dietlimoos soll als Entwicklungsgebiet und neuer Stadtteil von Adliswil künftig 4000 Einwohnern Platz bieten.

Die Studie hält indes bis 2050 nur gerade vier bis sechs Anlagen für umsetzbar, da dem Bau solcher Windräder diverse andere Interessen entgegenstünden. So laufen Landschafts- und Umweltschützer schon allein gegen die Idee solcher Windkraft-Anlagen Sturm. Auf Bundesebene laufen allerdings Bestrebungen, den Ausbau der erneuerbaren Energien gegenüber anderen Interessen zu priorisieren. Die Pläne Neukoms stossen deshalb bei Stromkonzernen wie der Axpo jetzt schon auf lebhaftes Interesse.

250-Meter-Türme in Zürich-West

Eine andere Information sickerte wie das Klimaziel zufällig durch: Gemäss einer geheimen Testplanung ist vielerorts in Zürich der Bau von Hochhäusern durchaus möglich. So stellt man sich in einigen Quartieren Gebäude bis 85 Meter Höhe vor, in Zürich-West sollen sogar Türme von bis zu 250 Metern erlaubt sein, das wäre fast doppelt so hoch wie der Prime Tower. Das Amt für Städtebau will im Herbst seine neuen Hochhausrichtlinien vorlegen, über welche aber am Ende die Politik entscheidet. Der Widerstand von Architekten und Umweltschützern formiert sich schon jetzt.

Letziturm-Doppelhochhaus in Zürich Altstetten

Quelle: Ben Kron

Letziturm-Doppelhochhaus in Zürich Altstetten: Hier baut die Immobilienabteilung der SBB 177 Wohnungen, die schon Ende dieses Jahres bezugsbereit sein sollen.

Ganz offiziell hingegen hat der Stadtrat dem Masterplan für das Neugasse-Areal zugestimmt: Auf diesem vier Fussballfelder grossen «Filetstück» von Bauland mitten in der Stadt wollen die SBB eine Überbauung mit 375 Wohnungen realisieren. Auch ein Schulhaus, ein Kindergarten und Grünflächen zur Vermeidung von Hitzeinseln sind im Neubauprojekt enthalten. Zudem wollen die SBB ein Drittel an Genossenschaften abtreten und ein weiteres mit günstigen Wohnungen versehen. Sollte deshalb auch der Gemeinderat dem Vorhaben zustimmen, könnte man 2027 mit den Bauarbeiten beginnen.

Gebremstes Wachstum

Die Bevölkerung des Kantons Zürich hat letztes Jahr um 11 000 Menschen zugenommen, womit die Wachstumsrate deutlich tiefer liegt als in den Vorjahren. Mit 0,7 Prozent liegt sie so tief wie zuletzt 2005. Zürich als grösste Stadt des Kantons und des Lands zählte per Ende Jahr 436 332 Menschen, 1596 mehr als im Vorjahr. Und bald erreicht die Stadt ihren Bevölkerungsrekord: Dieser liegt bei 440 180 Einwohnern und wurde 1962 erreicht. Die magische Grenze von einer halben Millionen wird man gemäss dem Statistikamt 2033 erreichen.

Bauregion Zürich Strickhof Universität Laborgebäude medizinische Forschung

Quelle: Ben Kron

Einer der wichtigsten Bauherrn der Stadt ist die Universität. Hier entsteht beim Strickhof bis Ende 2023 ein multifunktionales Laborgebäude für die medizinische Forschung. Kostenpunkt: 46,6 Millionen Franken.

Mit der stetig zunehmenden Bevölkerung hat sich auch der Druck auf die Immobilienpreise im Kanton weiter erhöht. So kostet ein Einfamilienhaus samt Umschwung von 450 Quadratmetern mittlerweile 1,2 Millionen Franken. Vor zehn Jahren waren es noch lediglich 770 000, das entspricht einer Preissteigerung von 56 Prozent. Für die Stadt Zürich und die Goldküstengemeinden Erlenbach und Herrliberg wäre ein Haus für diesen Preis allerdings ein Schnäppchen: Dort muss man für ein vergleichbares Objekt schon zwei Millionen Franken hinblättern.

50 Interessenten pro Objekt

Und trotz der explodierenden Preise gehen die Kauf- und Mietobjekte weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. So war vor fünf Jahren noch ein Inserat im Schnitt 47 Tage auf der Plattform Homegate aufgeschaltet. Im Jahr 2020 waren es noch ganze 29 Tage, und in diesem lediglich noch 20 Tage, so eine Datenerhebung des Kantons Zürich. Dazu passt auch eine Information der Kantonalbank: Diese verzeichnet für ein einziges Immobilien-Kaufobjekt bis zu 50 Eingaben. Die Daten des Kantons Zürich zeigen, dass es an den Kantonsrändern und in der Stadt Zürich selbst besonders viele Transaktionen pro Kopf gab. Zuweilen verzeichne die ZKB bis zu 50 Eingaben für ein einziges Kaufobjekt.

Bauregion Zürich Irchel Universität

Quelle: Ben Kron

Neues Gebäude der Uni am Standort Irchel: Im Rahmen des Generationenvorhabens «Stadtuniversität UZH – Bauen für Bildung und Forschung» entsteht ein attraktiver Gesamtcampus mit günstigem Wohnraum für Studierende.

Superwahltag Ende März

Im Februar hatten die Kommunalwahlen in den Städten Zürich, Winterthur, Dietikon und Schlieren einen klaren Trend ergeben: Grüne und Grünliberale konnten zulegen, Verlierer waren die SP und die SVP. Die Wahlen in den weiteren neun Zürcher Städten bestätigten dieses Bild. So haben Grüne und Grünliberale der SVP in Adliswil, Bülach und Uster einen Sitz in der Regierung weggenommen und teilweise auch im Parlament kräftig dazu gewonnen, letzteres zum Teil auch auf Kosten der SP. Die SP hat es immerhin geschafft, auf Kosten der SVP erstmals im Stadtrat von Dübendorf Einsitz zu nehmen. Hingegen hat die SP ihren Platz in der Exekutive von Illnau-Effretikon eingebüsst.

In Wädenswil fällt die SVP ebenfalls aus der Regierung, wo SP, Grüne und GLP Sitze erobern konnten. Hier konnte die Volkspartei immerhin im Parlament zulegen. Dazu hat die SVP in Opfikon einen Sitz im Stadtrat auf Kosten der FDP ergattert. Bleiben noch Kloten, wo im Stadtrat alles beim Alten bleibt, und Wetzikon, wo die Grünen und die FDP in Regierung und Parlament zugelegt haben.

Bauregion Zürich Einhausung Schwamendingen

Quelle: Ben Kron

Bauarbeiten bei der Einhausung Schwamendingen: Die Überdeckung der Stadtautobahn wird für das Quartier einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität bringen und zwei bisher getrennte Teile miteinander verbinden.

Bauregion Zürich Glasi Bülach

Quelle: Ben Kron

Grossbaustelle Glasi in Bülach: Bis nächstes Jahr entstehen in Bahnhofsnähe rund 560 Wohnungen und über 20 000 Quadratmeter Gewerbefläche auf dem ehemaligen Industrieareal.

Bauregion Zürich Campus Dielsdorf Green

Quelle: Gorm Bron

Grossbaustelle Campus Dielsdorf des ICT-Anbieters Green: Bereits dieses Jahr geht der erste von drei Grossrechnern in Betrieb. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 500 Millionen Franken.

Schaffhausen wächst

Einen erneuten Bevölkerungszuwachs verzeichnet der Kanton Schaffhausen, der per Ende Jahr über 84 000 Einwohner zählt. Verglichen mit den Vorjahren beträgt die Steigerung 928 Personen. 2019 zählte der Kanton noch 752 Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger, davor 600.

Von den insgesamt 26 Gemeinden verzeichnen 17 ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Am stärksten ist Hallau gewachsen, und zwar um 124 Personen oder um 5,7 Prozent. Es folgen Löhningen, Trasadingen, Ramsen und Stetten mit einer Zunahme ab 3,8 Prozent. In acht Gemeinden kam es zu einem Bevölkerungsrückgang. Am höchsten fällt er in Buch aus, mit einem Minus von 1,9 Prozent. Wobei dies in Zahlen lediglich sechs Personen entspricht. 

Kraftwerksidee aufgewärmt

Im Kanton Schaffhausen sorgt eine Idee für Aufsehen, zu der es noch nicht mal den Ansatz eines Vorprojekts gibt: ein Wasserkraftwerk am Rheinfall. In diesem grössten Schweizer Wasserfall stürzen pro Sekunde auf 150 Metern Breite Hunderttausende Liter Wasser rund 23 Meter in die Tiefe, was jedes Jahr Millionen von Touristen anlockt. Daneben soll am linken Ufer oberhalb des Wasserfalls ein Stromkraftwerk errichtet werden, das dem Fluss bis zu 125 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnimmt.

Bauregion Schaffhausen Rheinfall Wasserfall

Quelle: Erich Westendarp, pixelio.de

Eindrucksvolles Naturschauspiel Rheinfall: Nach dem Willen einiger Politiker soll dies einem Wasserkraftwerk geopfert werden, das oberhalb des Wasserfalls bis zur Hälfte dieses Wassers abzieht und zu Strom turbiniert.

Die Idee zu diesem Kraftwerk wurde zwar schon länger diskutiert, doch nun will das Gros der Schaffhauser Politik ernst machen. Eine Spezialkommission des Kantonsrats diskutiert zurzeit den Entwurf eines neuen Wasserwirtschaftsgesetzes, das den Bau eines Rheinfall-Kraftwerks vorsieht.

Rheinfall sechs Monate abgeschaltet

Es gibt bereit ein Kraftwerk in der Nähe: das Rheinkraftwerk Neuhausen. Dieses entnimmt dem Fluss maximal 30 Kubikmeter pro Sekunde, womit die neue Produktionsanlage also gut viermal so gross wäre. Kein Wunder, regt sich massiver Widerstand gegen die Idee: Mit einem Kraftwerk in den angedachten Dimensionen würde der Rheinfall während sechs Monaten pro Jahr praktisch abgeschaltet, warnen die Gegner. Europas mächtigster Wasserfall würde zu einem Rinnsal – im Namen der Energiewende 2050.

Wieder auf Kurs ist dagegen der Neubau des Kantonsspitals, bei dem die SVP einen Planungsstopp verlangt hatte: Ihr Postulat wurde abgeschmettert, und die Planung für das 240-Millionen-Projekt kann vorangetrieben werden. 2026 soll der Neubau bezogen werden, wonach die noch weitere drei Jahre dauernde Sanierung des Bettenhauses aus den 1950er-Jahren erfolgen soll. Weitere Gebäude werden ebenfalls bis 2029 rückgebaut.

Bauregion Schaffhausen Altstadt

Quelle: Katharina Wieland Müller, pixelio.de

Blick auf die Altstadt des Kantonshauptorts Schaffhausen: Wegen eines Ertragsüberschusses von 45 Millionen Franken senkt der Kanton seine Steuern massiv, bei juristischen Personen um vier, bei natürlichen sogar um acht Prozent.

Ebenfalls auf Kurs ist die Neugestaltung des Kammgarnhofs, den die Stimmbevölkerung letztes Jahr gutgeheissen hatte. Nun wurde das Planungsteam der Arge Berger Hammann Architekten AG und BRH Architekten AG als Wettbewerbsgewinner erkoren, das nun das Vorprojekt erarbeiten wird. Danach folgen das Bauprojekt und die Ausführungsplanung. Wenn es auch mit der Baubewilligung klappt, werden die Arbeiten von Ende 2023 bis Mitte 2025 dauern.

Daneben wird mit dem Herrenacker auch der grösste innerstädtische Platz zur Baustelle: Seit Anfang Februar laufen die Arbeiten am zuletzt 2005 aufgewerteten öffentlichen Platz. Die Arbeiten werden bis in den November dauern und zu Lärm und Einschränkungen führen.

Heftige Steuersenkung

Ansonsten hat der Kanton Schaffhausen ein wahres Luxusproblem zu bewältigen: eine übervolle Staatskasse dank hoher Steuererträge von Unternehmen und unerwartet hoher Ausschüttungen von Kantonal- und Nationalbank. Die definitive Staatsrechnung liegt jeweils erst im Juni vor, doch schon jetzt wird ein guter Abschluss vorhergesagt, was einen Ertragsüberschuss von rund 45 Millionen Franken bedeuten dürfte. Also beschloss man heftige Steuersenkungen: bei juristischen Personen um vier, bei natürliche Personen sogar um acht Prozentpunkte, womit der Kantonssteuerfuss für natürliche Personen neu bei 94 Prozent liegt.

Der Schaffhauser Kantonsrat hat zudem zwei für die Baubranche erfreuliche Motionen angenommen: Zum einen wurden Fristen eingeführt, binnen denen ein Baugesuch von den Behörden behandelt werden muss. Bisher dauerte dies mitunter so lange, dass sogar das Bundesgericht dem Kanton eine Rüge erteilt hatte. Zum anderen können Bauherrschaften künftig nach einem Rekurs oder einer Beschwerde nur soweit an den Bauarbeiten gehindert werden, als der Ausgang des Verfahrens den Bau überhaupt beeinflussen kann.

Kennzahlen Bauregion Zürich

Quelle: Bundesamt für Statistik

Kennzahlen der Bauregion Zürich.

Kennzahlen Bauregion Schaffhausen

Quelle: Bundesamt für Statistik

Kennzahlen der Bauregion Schaffhausen.

Geschrieben von

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.


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