08:04 BAUBRANCHE

Bauregion Zürich: Ein Kanton will nach oben

Autoren: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Ben Kron

An einigen Orten im Kanton und in der Stadt Zürich schiessen Hochhäuser wie Pilze empor. Ein Boom, der in der Grossstadt immer mehr Kritiker auf den Plan ruft. Herbe Kritik gab’s auch für den Kanton: Dessen Pläne für einen Innovationspark in Dübendorf wurden vom Gericht kassiert.

Doppel-Hochhaus Letziturm Zürich SBB

Quelle: Ben Kron

Der erste Teil des Doppel-Hochhauses Letziturm in Zürich steht bereits. Der zweite Turm des SBB-Projekts mit 177 Wohnungen wird ebenfalls 70 Meter hoch werden. 

Im vierten Anlauf hat es geklappt: Das Stadtzürcher Wahlvolk hat Ja gesagt zum Projekt Ensemble, das auch den Bau eines neuen Hardturm-Stadions beinhaltet. Jetzt kann der Ball bald wieder an altehrwürdiger Stätte rollen. Ginge es nach dem rührigen FCZ-Präsi und Hundebesitzer Ancillo Canepa, schon in drei Jahren. Doch auf dem Weg vom Gestaltungsplan bis zur Baubewilligung lauern noch diverse Rekursmöglichkeiten, so dass das Stadion schlimmstenfalls erst 2029 oder 2030 steht.

Noch unsicherer ist die Lage um die beiden geplanten, 137 Meter hohen Wohntürme, die an einer stark befahrenen Schneise zu stehen kämen. Die vor einigen Jahren verschärften Bestimmungen in der Lärmschutzverordnung sorgen für Kopfzerbrechen. Gemäss einem von Ensemble-Gegnern bestellten Gutachter entsprechen bei diesem Projekt total 119 Wohnungen nicht den Vorschriften.

Probleme mit dem Lärm

Wegen Problemen mit dem Lärm haben die Zürcher Gerichte zuletzt zwei grossen Wohnbauprojekten die Bewilligung verweigert, wobei beide Entscheide vor der nächsthöheren Instanz angefochten wurden. Auch in der Gemeinde Schwerzenbach wurde einem Projekt deshalb die Bewilligung entzogen. Am Ende wird das Bundesgericht entscheiden müssen, wie die Lärmschutzverordnung umzusetzen ist.

Doch auch ohne die beiden Hardturm-Türme sind in Zürich Hochhäuser in Mode, nachdem sie lange einen schweren Stand hatten. Nach dem Swissôtel in Oerlikon mit 79 Metern, das 1972 seine Tore öffnete, und den beiden Hardau-Hochhäusern aus dem Jahr 1976, dessen höheres auf stolze 94 Meter kam, dauerte es bis 2004, bis an der Hagenholzstrasse das nächste hohe Gebäude für Wohn- oder Arbeitszwecke entstand (89 Meter).

Neues Leitbild sorgte für Boom

Doch dann kam das Jahr 2001: Damals trat das neue Hochhaus-Leitbild in Kraft, das bis zu 80 Meter hohe Gebäude in zwei Arealen zulässt. Im Gebiet vom Hauptbahnhof bis nach Altstetten und rund um den Bahnhof Oerlikon wird seither von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht, mit dem 2011 eröffneten Prime Tower und seinen 127 Metern als bisherigem Höhepunkt.

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