13. Schweizer Betonforum: Kreativ bauen trotz aller Normen

Teaserbild-Quelle: Juan Pablo Allegre

Grau, massiv und stabil sind die Attribute, die oft als Erstes für Beton in den Sinn kommen. Dass dem absolut nicht so sein muss, mit Beton hingegen sehr kreativ gebaut werden kann, zeigten die Referenten des 13. Schweizer Betonforums in Zürich auf.

Bauingenieure und Architekten stehen heute oft in einem Konflikt, wenn es an die Planung eines neuen Bauwerks geht. Einerseits haben sie die strengen Regeln für die Sicherheit des Baus einzuhalten, andererseits klare Vorgaben der Bauherren wie Beschränkungen durch das vorgegebene Bauvolumen und diverse Nutzungswünsche in die Planung einfliessen zu lassen. Wie weit kann in dieser Situation noch Kreativität eingebracht werden? Behindern vorhandene Zwänge und Begrenzungen die Ideenfindung bei Gestaltung und Formgebung? 

Nicht selten wird der Spielball zwischen Architekt und Bauingenieur hin- und hergeworfen. Beide haben ihre Ansprüche ans entstehende Bauwerk, die sie umsetzen wollen oder müssen. Eine Zusammenarbeit ist deshalb unumgänglich. Oft werde diskutiert, was der Unterschied zwischen den Arbeiten eines Bauingenieurs und eines Architekten bei der Bauausführung ist, sagt Tagungsleiter Joseph Schwartz. «Vielleicht wäre es etwas einfacher, mit dieser Frage umzugehen, wenn allen klar wäre, dass weder im Bauingenieurwesen noch in der Architektur ein Richtig und ein Falsch existiert. Wichtiger wäre es, wenn bei der Zusammenarbeit nicht immer nur die Optimierung und die Einhaltung der Regeln, sondern das eigentliche Bauwerk als Ziel gesehen wird.»

Bei der Erwähnung des Worts «Norm» denke man automatisch an starre Regeln. Zu strenge Vorgaben bei der Planung führten aber unweigerlich zur Behinderung von Innovation, Weiterentwicklung und aussergewöhnlichen Ideen. «Gleichzeitig hat es aber auch sehr viel mit Verantwortung zu tun. Spektakuläre Beispiele von Bauwerken zeigen immer wieder, dass es möglich ist, wenn die einzelnen Teamplayer dabei Verantwortung übernehmen müssen und dies auch tun», betont Schwartz. 

Auch bei der Instandsetzung und beim Umbau bestehender Gebäude sind sehr viele Rahmenbedingungen einzuhalten. Um die optimale Form zu finden, bedürfe es der Konzeptarbeit. Die Affinität sei ein sehr guter Treiber, gehe es darum, spannende Lösungen zu finden. Der Einsatz neuer Bewehrungsmittel, innovative Schalungen und gezielte Veränderungen des mechanischen Verhaltens ermöglichten, dass etwas Neues entstehen könne, zum Beispiel neuartige Formen. Diese hätten die Normanforderungen voll einzuhalten, könnten aber zu sehr schönen Tragwerksformen und zu herausragenden architektonischen Lösungen führen.

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