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« Zurück zur Übersicht: Beton der Zukunft flickt sich selber

Wenn Bakterien Risse kitten

An der Universität Delft wird derzeit an einem besonderen Beton gearbeitet: Mit Hilfe von Bakterien kittet er seine Risse selbst. Erfinder ist der Mikrobiologe Henk Jonkers.
 
 
Eigentlich wurde Klaatu angeschossen, aber wenige Stunden später ist die Wunde nicht mehr zu sehen. Der Ausseridische aus dem Sciencefictionfilm „The Day the Earth Stood Still“ verfügt über enorme Selbstheilungskräfte. Dasselbe gilt für den fiesen Androiden in „Terminator 2“. Auch seine Wunden verschwinden von selbst. Was auf der Leinwand funktioniert, ist daran Realität zu werden. Forscher arbeiten schon länger an Materialien, die sich selber reparieren können.
 
Eines davon ist der Biobeton, den der Niederländer Mikrobiologe Henk Jonkers an der Universität Delft entwickelte. Dem Beton werden mittels eines Granulats kalkausscheidende Bakterien beigefügt. Gibt es nach dem Aushärten des Betons Risse und gelangt durch Luftfeuchtigkeit oder Regen Wasser in den Spalt, werden die Mikrorganismen reaktiviert: Sie beginnen Kalk zu produzieren, indem sie ihr dem Beton beigegebenes Futter fressen und es dann als Kalkstein-Kalzium-Carbonat wieder ausscheiden. Dieses füllt Risse aus und macht den Beton wieder wasserdicht. Die winzigen Helfer sind Hitze- und Kälteresistent, und können bis zu 200 Jahre im Baumaterial überleben.
 
Wie Spiegel-Online berichtet, steht das Produkt kurz vor dem Durchbruch. Man habe das neue Material bisher nur unter Laborverhältnissen untersucht, wird Henk Jonkers zitiert. „Erste Ausseneinsätze sind für das nächste Jahr geplant“, so der Wissenschafter. „Um etwaige Komplikationen auszuschliessen, wird die Testphase etwa drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.“ (mai)
 
 
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