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Reis in den Wolken

Nicht nur Häuser, sondern auch Reisfelder können in den Himmel wachsen. Gewächshochhäuser und Skyfarming sollen es möglich machen und helfen, Ressourcen zu schonen.
 
 
„Insbesondere in Afrika werden grosse landwirtschaftliche Flächen aggressiv aufgekauft. Die Böden versalzen und die Bevölkerung wächst“, sagt der Agrarökologe Jörn Germer von der Universität im deutschen Hohenheim. Zudem belaste die Landwirtschaft Umwelt und Klima massiv. Damit entstehen laut Germer beispielsweise bei der Reisproduktion riesige Mengen des aggressiven Treibhausgases Methan. Zurzeit braucht der Reis weltweit jährlich 700 Millionen Tonnen Frischwasser auf einer Anbaufläche von 157 Millionen Hektaren. Solchen Problemen könnte laut Agrarforschern der Universität Hohenheim mit bis zu 50 Meter hohen Gewächshochhäusern begegnet werden oder vielmehr mit „Skyfarming“. Dieses sieht ein Transportband vor, in dessen kleinen Öffnungen keimfreie Reissämlinge wachsen. Unterhalb des Bandes spriessen die Wurzeln in einem Dunkelraum und werden dort im Sekundentakt mit einer Nährlösung versorgt. Innerhalb von 120 Tagen wandert die Pflanze mit dem Band durch alle Etagen und kann dann geerntet werden. Mit einem solchen System liessen sich laut den Forschern gar Krankheiten und Schädlinge vermeiden, ohne dass Pestizide eingesetzt werden müssen. Weil Reis zum Wachsen ungefähr eineinhalb Meter Lichtraum und einen Meter Wurzelraum benötigt, rechnet man bei 20 Etagen, mit einer Gesamthöhe der Gewächshäuser von 50 Metern.

Alte Idee neu gedacht

Neu ist die zwar Idee nicht, aber bis anhin setzten sich vor allem Architekten und Städteplaner. damit auseinander. „Man konzentrierte sich auf Edelprodukte, vernachlässigte Bedürfnisse der Pflanzen oder baute mehrere Sorten gleichzeitig im geschlossenen System an“, erklärt Germer den Umstand, weswegen solche mehrstöckigen Acker jeweils scheiterten. Sorgfältig geplant, könnten Grundnahrungsmittel wie Reis, Früchte oder Algen jedoch in Gewächs-Hochhäusern allerdings eine bis zu hundertfache Ertragsmenge von derselben Fläche heute liefern, hält er fest. Ein solches Projekt kann funktionieren, wenn zentrale Punkte berücksichtigt werden: Nährstoffe und Wasser seien bei einem mehrstöckigem Anbau relativ problemlos transportierbar, die Lichtversorgung und -nutzung brauche hingegen neue technische Lösungen wie etwa LED,, so Germer.
 
Sinn und Zweck eines solchen Projektes sieht Germer entweder darin, dass damit die landwirtschaftliche Produktion zu gesteigert und damit die Welt besser ernährt werden kann. Oder im Wegfall von Transportkosten, weil in Stadtnähe angepflanzt und geerntet werden kann. Angestrebt werden könne aber auch die lebenswertere Gestaltung von Städten. (mai/mgt)
 
Linktipp (englisch): www.skyfarming.com
 
 
 
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