Die Fussball-Arena sei ein Zoll, den man bezahlen müsse, sagte Lino Iemi, der Gründer und Chef der Policentro-Gruppe, in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des "Corriere del Ticino". "Wahrscheinlich haben die Schweizer von Italien gelernt. Dort ist es Mode, in dieser oder jener Form Extraunterstützung zu verlangen, um grosse Einkaufszentren zu realisieren." Unter bestimmten Bedingungen sei er bereit, "einen guten Beitrag" zur Realisierung der neuen Spielstätte der AC Bellinzona zu leisten, so Iemi weiter.
Der Shoppingkomplex mit der Fussball-Arena soll in der rund 90'000 Quadratmeter grossen Industriezone von Castione errichtet werden und zwar zwischen der Bahnlinie und dem Ticino. Vorgesehen sind bis zu 600 Arbeitsplätze. Wie Iemi erklärte, laufen derzeit Gespräche mit Coop betreffend einer Kooperation. Ausserdem möchte der gebürtige Veltliner im geplanten Einkaufstempel neben Modegeschäften, vier bis fünf Restaurants, Spielsäale, ein Wellness-Zentrum aber auch Arztpraxen unterbringen. Iemi, der in Italien bereits zahlreiche Einkaufs- und Freizeitzentren betreibt, rechnet in Castione mit fünf Millionen Besuchern pro Jahr. Er hofft nun, auf grünes Licht seitens der Gemeinde- und Kantonsbehörden für die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne. "Wenn wir etwas machen, dann wird es etwas sehr Schönes werden", sagte Iemi.
Stadt Bellinzona verfolgt andere Pläne
Auf wenig Gegenliebe dürften seine Absichten im benachbarten Kantonshauptort Bellinzona stossen: Die Stadtregierung von Bellinzona favorisiert nämlich den Bau eines Fussball-Stadions in der Via Tatti in Bellinzona. Allerdings haben die Kantonsbehörden bereits durchblicken lassen, dass sie diesen Standort für eine Fussball-Arena mit Mantelnutzung wegen drohender Verkehrsprobleme als ungeeignet erachten. (sda)



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