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« Zurück zur Übersicht: Zürcher Stadtrat gegen Strassentunnel unter dem Seebecken

Keine Autos unter dem Zürichsee

Der Zürcher Stadtrat erteilt dem Bau eines Strassentunnels durch das Zürichsee-Becken eine Absage: Die Idee sei zwar auf den ersten Blick bestechend. Die Realisierung wäre aber mit Baukosten von weit über 700 Millionen Franken zu teuer.
 
 
In seiner Einzelinitiative hatte das frühere SP-Ratsmitglied Bruno Kammerer eine unterirdische Führung des Strassenverkehrs entlang des Seebeckens im Raum Utoquai bis Tunnelstrasse verlangt. Der Gemeinderat hatte die Initiative vorläufig unterstützt. Wie er in seiner Pressemitteilung erklärt, hat der Stadtrat nun dem Gemeinderat beantragt, die Initiative abzulehnen. So bestechend das Anliegen auf den ersten Blick wirke, so sprächen doch einige Punkte klar dagegen, heisst es weiter.
 
Die Kosten für ein solches Projekt bezeichnet der Stadtrat als "enorm". Alleine die Baukosten kämen auf weit über 700 Millionen Franken zu stehen. Und um den heutigen Verkehr aufzunehmen, müsste der grösste Teil des Tunnels vierspurig gebaut werden. Zudem wären zwei unterirdische Kreisel nötig. Zusätzlich zu den Baukosten entstünden "hohe jährliche Unterhaltskosten". Auch städtebaulich wäre ein solche Tunnel laut Stadtrat schwierig: Der Tunnel erforderte Ein- und Ausfahrtsrampen von 250 bis 600 Metern Länge. Des Weiteren benötigte er Entlüftungsbauwerke und Steuerungsanlagen. Problematisch wäre ein solches Projekt nach Ansicht des Stadtrats auch bezüglich der Ökologie des Seegrundes, der Grundwasserströme und der zahlreichen Werkleitungen im Boden.
 
Der Stadtrat sei aber gleichwohl der Meinung, dass das Seebecken aufzuwerten sei, erklärt er in seiner Medienmitteilung. Den Kanton und Stadt haben Ende letzten Jahres das "Leitbild Seebecken" vorgestellt. Dieses hält unter anderem fest, dass das Seebecken öffentlich zugänglich sein muss und als hochwertiger Frei- und Naherholungsraum zur Verfügung stehen soll. Ein erster Schritt sei die Aufwertung des Sechseläutenplatz mit dem Parkhaus Opéra, so der Stadtrat. (mai/sda)
 
 
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