Der Holcim-Konzern, das mit rund 21,6 Milliarden Franken Umsatz zweitgrösste Zementunternehmen der Welt, blickt auf ein enttäuschendes letztes Quartal 2011 zurück. Vor allem in Südafrika, Spanien und Osteuropa ist die Nachfrage nach Zement eingebrochen. In Südafrika musste die einstige Tochterfirma AfriSam, an welcher Holcim noch eine Minderheitsbeteiligung hält, Restruktierungsmassnahmen einleiten. Man musste deshalb Schuldverschreibungen in der Höhe von 415 Millionen Franken abschreiben.
Auch in Spanien und einzelnen osteuropäischen Ländern sind die Kapazitäten der Produktsstätten nicht ausgelastet und der Absatz stockt. In Spanien ging er um 35 Prozent zurück, in Teilen Osteuropas gar um bis zu 70 Prozent. Dies macht eine weitere Wertberichtigung auf die Infrastruktur und auf Goodwill in der Höhe von 360 Millionen Franken nötig.
Werkschliessungen in den USA
Hinzu kommt noch eine Halbierung der Bestellung in den USA, was die definitive Schliessung zweier Zementwerke und einen weiteren Abschreiber von 32 Millionen Franken nötig machte. Rechnet man diese Schliessungen dazu, erreichen die Abschreibungen gegen 800 Millionen Franken.
Trotz dieser unerfreulichen News sieht der Konzern auch für das Jahr 2011 Potenzial für eine Ausschüttung an die Aktionäre. Früheren Angaben zufolge will Holcim jeweils einen Drittel des Gewinns als Dividende auszahlen. (bk)
Analysten überrascht
Die Bank Wegelin schreibt in einem Marktkommentar, der Baustoffriese spüre offenbar den Einbruch des Zementverbrauchs in einigen Regionen der Welt stärker als bisher angenommen. An der Börse verloren die Aktien von Holcim kurz nach Mittag 2,8 Prozent.
Analysten zeigten sich vom Ausmass der Wertberichtigungen überrascht. Gemäss den Experten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) weist die Höhe der Abschreibungen darauf hin, dass Holcim in den betroffenen Märkten mit keiner raschen Erholung rechnet, was angesichts des wirtschaftlichen Umfelds und der Schuldenproblematik nicht erstaune.



