
Das Bauwerk mit seinen geschwungenen und geschützten Terrassen sowie der rotbraunen Farbe wird sicher auffallen.
Das Konsortium Zugschleife in Zug besteht aus den beiden Zuger Firmen Peikert Immobilien AG und 4B Immobilien AG. Es erwarb im Jahr 2008 das ehemalige SBB-Areal Schleife in Zug, ein Grundstück zwischen dem Feldpark und der Bahnlinie Baar/Zug mit einer Fläche von mehr als 9000 Quadratmetern Bauland. Die Liegenschaft ist mit dem öffentlichen Verkehr (Bus und S-Bahn) gut erschlossen. Die Autobahnauffahrt Baar/Zug befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Im Herbst 2006 führten die SBB und die Stadt Zug einen Architektur-Studienauftrag durch, an dem sieben Planungsteams teilnahmen. Entschieden hat man sich für das Projekt «Zugschleife» des bekannten Architekturbüros Valerio Olgiati aus Flims. Im Jahr 2007 gewann das Konsortium den Investorenwettbewerb. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 100 Millionen Franken für die Land-, Bau- und Nebenkosten.
Zentrale Lage
Erstellt werden 78 Eigentumswohnungen mit Verkaufspreisen im mittleren Preissegment. Diese entstehen in einem 130 Meter langen, fünfstöckigen Gebäude (1. Bauetappe, Teil Nord). Eine zweite Bauetappe (Teil Süd) mit weiteren 80 Mietwohnungen wird folgen. Das Anliegen der Bauherrschaft war von Anfang an, möglichst viel Privatsphäre an zentraler Stadtlage zu schaffen. Hiezu tragen unter anderem die grossen, gedeckten und geschützten Terrassen sowie die Erschliessung des Lifts von der Garage direkt ins Wohngeschoss und die privaten Wirtschaftsräume pro Wohnung bei.
Um einem hohen Baustandard gerecht zu werden, verfügen alle Wohnungen zusätzlich über eine Komfortlüftung und weisen eine bemerkenswerte Raumhöhe von 2,6 Metern auf. Gemeinsam ist allen Wohngeschossen, dass die Westfassade verglast ist. Der Balkon wird zu einer räumlichen Ausweitung des Wohnzimmers, was die elliptischen Öffnungen in den Geschossplatten unterstreichen. In den Achsen der Wohnungstrennwände stehen mächtige Stützen, die die Lasten der Balkonplatten tragen. Die sichtbare Betonstruktur ist rotbraun eingefärbt. Die Aussenwände der Ost- und Stirnfassade sind mit Glaspaneelen in derselben Farbe verkleidet. Geheizt wird mit Erdgas.
Wohnungsgrösse ändern
Etwas Besonderes am Projekt Zugschleife sind die frei einteilbaren Grundrisse ohne tragende Innenwände. So kann man zum Beispiel aus einer Dreieinhalb-Zimmerwohnung ganz einfach eine Viereinhalb-Zimmerwohnung machen. Innerhalb der Schottenbauweise sind zusätzlich tragende Wände vorgesehen. In Zusammenarbeit mit dem Architekten können aber auch andere Details wie die Platzierung der Küche oder der Nasszellen geändert werden. Die Käufer können ausserdem auch die Materialisierung ihrer Wohnung individuell bestimmen.
Das Wohngebäude wird von aussen durch seine markante Grösse, seine geschwungenen Terrassen und Balkone sowie seinen «sehr eigenständigen, prominenten Auftritt» auffallen, heisst es in einer Medienmitteilung. Innen öffnen sich grosszügige und sehr flexible Wohnflächen verteilt auf 117 bis 226,5 Quadratmetern, in Dreieinhalb- bis Fünfeinhalb-Zimmerwohnungen. Für noch mehr Komfort sorgen die Schallschutzgläser beziehungsweise die Dreifach-Verglasungen, die die Immissionen der näheren Umgebung abschirmen.
Mit den Bauarbeiten wurde im Mai 2010 begonnen. Ab Sommer 2010 finden auch die Beurkundungen und Eigentumsübertragungen der Wohneinheiten statt. Parallel dazu stehen die Käufer laufend im Gespräch mit Axess Architekten und dem Totalunternehmer bezüglich des Innenausbaus ihrer Wohnung. «Wir haben die Axess Architekt AG ins Team aufgenommen, weil diese über sehr grosse Erfahrungen im Zusammenhang mit der Erstellung von Stockwerkeigentum, Käuferberatungen, Ausbauwünschen und Kostenveränderungen verfügt», sagt Bernhard Häni vom Konsortium Zugschleife, Peikert Immobilien AG. «Olgiati fehlt diese Erfahrungen, weil er bis anhin noch kein Mehrfamilienhaus mit Stockwerkeigentum erstellt hatte.»
Voraussichtlich noch 2011 können die Käufer in ihr neues Eigenheim einziehen. Bereits heute ist rund die Hälfte der Einheiten verkauft. Sylvia Senz
HIntergrund
Der Architekt zu seinem Projekt
«Das einfache und lang gezogene Volumen schafft Distanz zu den Nachbargebäuden und betont die Weite und Grosszügigkeit zu den Gleisfeldern im Osten. Parallel zum Gebäude verläuft auf der Ostseite ein öffentlicher Gehweg. Von hier aus werden die sieben Hauseingänge erschlossen. Die Parkgarageneinfahrt befindet sich bei der Feldparkstrasse, sodass die nähere Umgebung des Gebäudes verkehrsfrei ist.
Sieben Eingangfoyers befinden sich in einem leicht vertieften Eingangsgeschoss. Zwischen den Foyers befinden sich Abstellplätze für Velos und Kinderwagen, die Trocknungsräume und die Technikräume. Auf dem gleichen Geschoss liegen auch alle Kellerabteile. Unter dem Eingangsgeschoss befindet sich ein Garagengeschoss mit direkter Verbindung zu den Wohnungen. Die sieben Erschliessungskerne enthalten jeweils einen Lift, eine Treppe und den Installationsschacht. Sie führen zu zwei Wohnungseingängen pro Geschoss. Um für jede Wohnung eine optimale Belichtung und eine gleichwertige Orientierung zu erreichen, sind alle Wohnungen nach Osten und nach Westen ausgerichtet. Die einfache Tragstruktur des Rohbaues betont diese zweiseitige Ausrichtung.
Gemeinsam ist allen Wohngeschossen, dass die Westfassade vollflächig verglast ist. Der Balkon wird so räumlich zu einer Ausweitung des Wohnzimmers. Dieser Eindruck wird nochmals verstärkt durch die grossen elliptischen Öffnungen in den Balkonplatten. In den Achsen der Wohnungstrennwände stehen mächtige Stützen, diese tragen die Lasten der Balkonplatten ab und dienen zugleich als Aussenschrank.
Die Ost- und Stirnfassaden werden mit rotbraun bedruckten Glaspaneelen verkleidet. Aus der Weite betrachtet scheinen die Geschossplatten mit den elliptischen Öffnungen wie fliegende Teppiche mit ornamentalen Bordüren. Für die Bewohner erzeugen die elliptischen Öffnungen das Gefühl von Distanz, da sie vor dem Einblick der Nachbarn schützen und zugleich suggerieren, alleine in einem Zentrum zu wohnen, da alle Ellipsen mit der Einteilung der Wohnungen korrespondieren. Die Raumwahrnehmung ändert sich je nach Blickpunkt und Sonnenstand. Die sichtbare Betonstruktur ist in rot-braunem Farbton eingefärbt. Die Aussenwände sind mit Glaspaneelen in gleicher Farbe verkleidet. Sie wirken dünn und fragil. Die gleiche Farbe der Verkleidung und die Reflexionen im Glas verwischen die klaren Konturen des beheizten Volumens. Dadurch wird die elementare Steinkonstruktion in ihrer Erscheinung verstärkt.» (Valerio Olgiati/sz)
Zugschleife, Zug
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