Die Handhabung der Pastellkreide, ein staubiges, poröses Material, das sich – je nach Absicht des Künstlers – auf dem Papier malerisch verwischend oder spontan improvisierend verwenden lässt, setzt höchste Meisterschaft voraus. Das Besondere der Pastelltechnik liegt aber in der Verbindung von Zeichnen und Malen. Anhand von rund fünfzig Pastellen soll die Eigenständigkeit Albert Weltis (1862 – 1912) als Zeichner und Maler der Landschaft gewürdigt werden. «Pastellnaturskizzen» nannte er seine kleinen Meisterwerke wohl auch deshalb, um sie von der Gedankenmalerei seines Lehrers Arnold Böcklin zu unterscheiden. Ihre intensive Farbwirkung verdanken sie seiner Begeisterung für die sichtbar gewordenen Korrespondenzen zwischen dem menschlichen Auge und dem Licht.

Selnau bei Zürich, um 1890

