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Viele Zürcher würden gerne in Hochhäusern leben


22.06.2016

Fast die Hälfte der Stadtzürcher kann sich vorstellen, in einem Haus mit acht oder mehr Stockwerken zu wohnen. Das hat eine Studie des Planungsbüros Zimraum ergeben. Was an der Limmat gebaut wird, sieht allerdings anders aus.

Wird in Zürich in die Höhe gebaut, gehen auch die Wogen der Emotionen hoch. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Zürcher Planungsbüro Zimraum veröffentlicht hat. Demnach können sich fast die Hälfte der gut 1000 befragten Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher vorstellen, in einem Haus mit acht oder mehr Stockwerken zu wohnen – vor allem in innerstädtischen Quartieren und in der Nähe von S-Bahn-Stationen. «Die bauliche Verdichtung wird in erster Linie in der Stadt und an zentralen Lagen akzeptiert und sogar erwünscht», schreibt die Verfasserin der Studie, die Soziologin und Planerin Joëlle Zimmerli.

Teil des urbanen Lebensstils
Überzeugte Städter schätzen gemäss der Studie Vielfalt und Veränderung und akzeptieren, dass mehr Dichte Teil und Bedingung eines urbanen Lebensstils ist. Auf städtischem Gebiet leben aber auch Menschen, die solche urbanen Eigenschaften zwar schätzen, aber ein ruhiges Wohnumfeld mit vielen Grünräumen bevorzugen. Nur gerade 21 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass in ihrer Umgebung Häuser mit 10 bis 15 Etagen gebaut werden. Jede dritte Person möchte am liebsten gar keine bauliche Verdichtung vor der eigenen Haustür haben.

Nur wenige Neubauten mit acht Etagen
Zimmerli hat die Resultate ihrer Studie der realen Bautätigkeit in Zürich gegenübergestellt. Gemäss statistischen Daten der Stadt weist fast die Hälfte der zwischen 2008 und 2013 erstellten Neubauten nicht mehr als vier Geschosse auf. Ein Viertel der Bauten ist fünf Stockwerke hoch, ein weiteres erreicht sechs bis sieben Geschosse. Nur sechs Prozent haben acht Stockwerke oder mehr.
Zudem wurde ausgerechnet in jenen Gebieten am höchsten und meisten gebaut, in denen die Bewohner gegenüber der Verdichtung kritischer eingestellt sind. In zentralen Quartieren der Stadt sowie den S-Bahn-Zentren Oerlikon und Altstetten, wo Hochhäuser mehrheitlich akzeptiert würden, sind demgegenüber ein Drittel der Neubauten nur bis zu vier Geschosse hoch. (pd)