Die stolzen Bauleute feiern den heutigen Durchstich. (Bild: zvg)
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St. Gallen: Durchstich im Ruckhaldetunnel


20.07.2017

Innerhalb von rund einem Jahr ist der Durchstich im Ruckhaldetunnel der Appenzeller Bahnen erfolgt. Der 700 Meter lange Tunnel in 16 Metern Tiefe stelle einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung der Appenzeller Bahnen dar, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilt.

Im April 2016 starteten die Vorbereitungsarbeiten für den Tunnelanstich beim Nord- und Südportal. Der eigentliche Tunnelanstich erfolgte daraufhin im August 2016 beim Nordportal. Täglich erfolgten bis Ende 2016 zwei Sprengungen (siehe Bericht unten), mit deren Hilfe die Appenzeller Bahnen (AB) und die beteiligten Unternehmen rund 320 Meter des Tunnels von der Nordseite ausgebrochen haben. Der weitere Vortrieb erfolgte dann im Lockergestein. Im Süden dagegen befand man sich fast seit Beginn des Tunnelvortriebs im November 2016 im relativ feinkörnigen Lockergestein – hier wurde das Gestein mit einem Bagger abgetragen. Der Durchstich befindet sich nun genau unter dem Zahnstangentrasse der AB vis à vis des Nestweihers, wie die Gesellschaft in einer Mitteilung schreibt. Die Kosten für den Bau des Ruckhaldetunnels betragen gemäss der aktuellen Planung rund 63 Millionen Franken, sämtliche notwendige Infrastrukturmassnahmen rund 90 Millionen Franken. Finanziert wird das Ganze mit Geldern aus dem Agglomerationsfonds und den Bahninfrastrukturfonds (BIF). 

Für Fredy Brunner, Verwaltungsratspräsident der AB ist der Tunneldurchstich ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu den modernen Appenzeller Bahnen. Man ist froh, dass der Bau bis heute geologisch, terminlich und kostenmässig auf Kurs sei.

Viertelstundentakt ab Fahrplanwechsel 2018

Mit der Aufhebung der Zahnstangenstrecke an der Ruckhalde, werde der Einsatz von neuem, einheitlichen Rollmaterial auf den Strecken Appenzell–St. Gallen und Trogen–St. Gallen ermöglicht. Die elf neuen, niederflurigen Fahrzeuge dazu sind bei der Firma Stadler bereits in Produktion, wie die AB weiter schreibt. Für die neuen Fahrzeuge rechnet man mit Kosten von rund 84 Millionen Franken – die Finanzierung muss die AB selber stemmen. Mit dem rund 700 Meter langen Tunnel und der Einführung der neuen Fahrzeuge werden jetzt bessere Anschlüsse in St. Gallen ermöglicht und schaffen zudem die Voraussetzung für einen Viertelstundentakt nach Teufen. Dazu müssten auf den kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2018 sowohl die Infrastruktur als auch das Rollmaterial punktgenau in Betrieb gehen, schliesst die AB.

Jetzt, nach dem Durchbruch des Tunnels, folge der Ausbau und die Verkleidung der Tunnelröhre. Die Strecke zwischen St. Gallen und Teufen werde dazu für sechs Monate unterbrochen, damit die AB die Arbeiten im Tunnel, an der Brücke über die Oberstrasse und die Arbeiten bei der Wanne im Güterbahnhof abschliessen können. Für den Unterbruch ist ein Busersatz geplant. Derweil sind die Arbeiten im AB-Bahnhof in St. bereits weit fortgeschritten: Die Gleisanlagen seien im Wesentlichen bereits abgeschlossen. Während des geplanten Unterbruchs 2018 wird zudem noch eine Weiche eingebaut und damit die Verbindung der zwei Linien St-Gallen–Trogen und St. Gallen–Appenzell ermöglicht. (pd/pb)

Rückblick im Oktober 2016: Der Tunnel kurz nach einer Sprengung – aus dem Durchgang dringt noch Rauch, während die Mineure schon den Erfolg des Abschlags kontrollieren. (Bild: Stefan Breitenmoser)

... Lesen Sie dazu den ausführlichen Bericht «Sprengen auf Stadtgebiet» vom Oktober 2016.