Quecksilberperle auf Cinnabarit (Wikimedia, gemeinfrei)
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Quecksilber belasteter Grund: Tiefere Sanierungswerte ab März


15.01.2015

Ab März gilt ein neuer Sanierungswert für quecksilberbelastete Standorte von Haus- und Familiengärten sowie von Kinderspielplätzen: Er wird in der Altlastenverordnung (AltlV)  mit 2 Milligramm pro Kilo festgelegt, bis anhin galt ein Wert von 5 mg/kg. – Der Bundesrat hat den Anpassungen der AltV zugestimmt.

Das heisst: Noch müssen die kantonalen Behörden erst bei Belastung zwischen 2 und 5 mg/kg, Nutzungseinschränkungen bei Haus- und Familiengärten oder Kinderspielplätzen verfügen. Ab März sind Sanierungsmassnahmen bereits ab einem Quecksilbergehalt von 2 mg/kg erforderlich. - Zwei vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) in Auftrag gegebene Studien haben gezeigt, dass ab 2 mg/kg die Gesundheit von Kindern gefährden können. In der Folge schlug das Bafu vor,  den entsprechenden Sanierungswert der AltlV für Quecksilber auf 2 mg/kg herabzusetzen. Wird dieser Wert nicht überschritten, besteht laut Bafu keine Gefahr. - März 2015 in Kraft gesetzt

Den Anstoss für die Anpassungen der Sanierungswerte auf 2 mg/kg hat der mit dem giftigen Metall belastete Grund im Gebiet Visp-Niedergesteln gegeben: Zwischen 1930 und 1970 waren dort von den Lonza-Werken quecksilberbelastete Abwässer in den Grossgrundkanal abgelassen worden. In der Folge verteilten sich die verseuchten Sedimente während Jahren grossflächig auf die umliegenden Felder. Anfangs waren die Behörden davon ausgegangen, dass die Belastungen vor allem landwirtschaftlich genutztes Gebiet betreffen. Doch dann stellte sich bei Untersuchungen heraus, dass sich auch im Boden von Haus- und Familiengärten Quecksilber fest gesetzt hatte.  (mai)