Das Justistal von oben. (Bild: Deborah Cordwell wikimedia CC BY 3.0)
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Justistal: Bei Sigriswil entsteht neues Naturwaldreservat


14.07.2017

Rund um die Schwandflue im Berner Justistal wird der Wald künftig sich selber überlassen: Darauf haben sich die Gemeinde Sigriswil, Pro Natura Bern und Pro Natura Schweiz geeinigt. Sie unterzeichneten am Donnerstag einen Vertrag für die Schaffung eines Naturwaldreservats.

Ein solches Reservat ist ein Gebiet, in dem auf die wirtschaftliche Nutzung des Waldes verzichtet wird. Wie die Gemeinde Sigriswil, Pro Natura Bern und Pro Natura Schweiz am Freitag mitteilten, können so die natürlichen Prozesse im Wald ungestört ablaufen. Das ist für die Artenvielfalt im Wald von grossem Nutzen. Diesen Nutzungsverzicht gilt Pro Natura den Waldbesitzern finanziell ab. Der Vertrag zwischen der Gemeinde Sigriswil und der Naturschutzorganisation hat eine Geltungsdauer von mindestens 50 Jahren. Das neue Reservat umfasst eine Fläche von 56 Hektaren. Das entspricht etwas über 80 Fussballfeldern.

Die Initiative zur Schaffung des neuen Reservats kam vom Forstbetrieb Sigriswil. Förster Björn Weber habe den ökologischen Wert des abwechslungsreichen, bereits heute teilweise sich selbst überlassenen Waldstücks am Westhang des Justistals erkannt, steht in der Mitteilung. In Pro Natura Bern und Pro Natura Schweiz habe er Partner gefunden, die halfen, die Idee umzusetzen. Bund und Kantone haben sich laut der Mitteilung zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2030 insgesamt zehn Prozent der Waldfläche der Schweiz unter Schutz zu stellen, die Hälfte davon als Naturreservate.

Das neue Waldreservat in seinem für den Chästeilet und die Rothirsche bekannten Justistal leiste einen «dringend nötigen» Beitrag zum Erreichen dieses Ziels, schreiben Gemeinde Sigriswil und Pro Natura. Allerdings seien Bund und Kantone immer noch weit entfernt vom 10-Prozent-Ziel. (sda)

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