Escherkanal beim Chli Gäsitschachen im Kanton Glarus 2010. (Paebi, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org)
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Ausstellungstipp: Der Vater des Linthwerks


12.09.2017

Hans Conrad Escher leitete im 19. Jahrhundert die Linthkorrektion, die das Linthgebiet seitdem mehrheitlich vor Überschwemmungen schützt. Anlässlich seines 250. Geburtstags widmet die Linthkommission ihm in Schänis SG eine Ausstellung und ehrt sein Lebenswerk.

Noch im 18. Jahrhundert wurde das Linthgebiet – die Landschaft zwischen Weesen SG am Walense und Rapperswil-Jona SG am oberen Zürichsee – regelmässig überschwemmt. Fiebrige Krankheiten und beschädigtes Land waren die Folgen. Schuld daran war die Linth. Der Fluss mäandrierte unkontrolliert und verwandelte das Gebiet, durch das er floss immer mehr in eine Sumpflandschaft. Hans Conrad Escher wusste das. Der Spross aus einer politisch führenden Zürcher Familie – das Geschlecht der „Escher vom Glas“ – kam 1786 in Linthgebiet und realisierte die Gefahr. Zehn Jahre später sprach er sich in einem Aufsatz für eine Linthkorrektion aus – das spätere Jahrhundertprojekt „Linthwerk“.

Ziel war es, den Fluss bei Mollis GL mit einem Kanal (Escherkanal) in den Walensee umzuleiten, der als Auffangbecken für das mitgeführte Geschiebe dienen sollte. Von dort bis zum Zürichsee sollte das Flussbett begradigt werden (Linthkanal). Ebenfalls vorgesehen waren Dämme, Hintergräben, Waldreservate und Wiesen. Die Umsetzung wurde Anfang des 19. Jahrhunderts beschlossen – und Hans Conrad Escher zum Leiter des Projekts ernannt. Vier Jahre nach dem Spatenstich floss die Linth im Jahr 1811 zum ersten Mal kontrolliert von Mollis in den Walensee. Ab den 1850er-Jahren war das Linthwerk dann voll funktionsfähig. Als Würdigung für sein Engagement verlieh die Zürcher Regierung Hans Conrad Escher den Ehrentitel „von der Linth“.

Im August wäre Hans Conrad Escher 250 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat die Linthkommission eine Ausstellung über das Schaffen des Zürchers lanciert. Noch bis 15. Oktober wird im Kultur- und Freizeitzentrum Schänis die Bedeutung seines Lebenswerks für die Region und die Schweiz in Erinnerung gerufen. Als Kuratorin fungiert Regula Steinhauser. Sie begleitete die 2013 abgeschlossene Sanierung des Linthwerks als Archäologin. Nebst Schriftstücken, Zeitungsberichten, Fotografien und Bildern wird auch das historische Zeichengerät eines Ingenieurs gezeigt. (mt)

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