Gemeinsam ans Ziel am 10. Marti-Erlebnistag (Bild: Ulrike Nitzschke)
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10. Marti-Erlebnistag: Nass, aber herzlich


5.07.2016

Baggern, Mauern, Dumperfahren – das Bauweltspektakel für Menschen mit Handicap feierte sein 10-jähriges Jubiläum mit Bewährtem und einigen Überraschungen. Trotz schlechtem Wetter blieb beim Open-Air-Erlebnis-Tag der Marti AG im Amphitheater Hüntwangen keiner im Regen stehen.

Super gemacht!», sagt Manuel Weber heute sicher zum hundertsten Mal. Und doch sagt es der 18-jährige Maurerlehrling mit Freude und Anerkennung. Der Mann, dem er auf die Schulter klopft, ist sicher um einiges älter. Er hat zum ersten Mal in seinem Leben mit Maurerkelle und Zement einen Betonstein auf den anderen gesetzt. Nun verhandelt Manuel mit ihm die Punktzahl für seine Leistung: «Machen wir eine 11 oder eine 12?» Er erntet ein stolzes Strahlen und schreibt eine 12 auf den Badge des Teilnehmers am 10. Marti-Erlebnistag. Rund 320 sind gekommen, begleitet von ihren Helferinnen und Helfern aus Institutionen wie Pro Infirmis, Wagerenhof sowie Stiftung Werkheim Uster, Stiftungen Balm und Altried, Wisli Werkstatt Soli Bülach, Insieme Zürich, Diheiplus, Eplepsie-Wohnheim Zürich, Hofschür AWG, Behindertenwohnheim Höfli und «Pigna Raum für Menschen mit Behinderungen».

Weihnachten im Sommer
«Bereits im Januar bekomme ich Anrufe, wann genau denn der Marti-Erlebnistag in diesem Jahr stattfinden wird», erzählt Ueli Niederberger, «denn alle wollen sich rechtzeitig freinehmen in den geschützten Werkstätten, um dabei sein zu können.» Das sei ein regelrechter Run auf die Eintrittskarten für Hüntwangen. Ueli Niederberger ist Ausbildungsverantwortlicher der Bauunternehmung Marti AG. Vor zehn Jahren hatte er den Marti-Erlebnistag erstmals organisiert. «Auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken für unsere Kunden kamen wir auf die Idee, das Geld besser in einen caritativen Anlass zu stecken und damit Menschen Möglichkeiten zu geben, die sie sonst nicht haben.» Und tatsächlich werden an diesem Junitag Wünsche wahr: auf einem Raupenbagger, Dumper oder Quad fahren, Geschicklichkeitsparcours absolvieren, teilweise sogar selbst am Lenkrad sitzen oder zwei Grabenwalzen fernsteuern, professionell unterstützt von 31 Lehrlingen der Bauunternehmung sowie sieben Lernenden von Pigna und Pro Infirmis.(un)

Den ganzen Beitrag mit vielen weiteren Bildern finden Sie in der nächsten Printausgabe des Baublatts.